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Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

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onkelheri
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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von onkelheri » 18. Mai 2020

Scirocco hat geschrieben:
18. Mai 2020
Da hat sich das neue Schwimmernadelventil in seine Einzelteile zerlegt.
:salute: :respekt: :beten:
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SebastianM
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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von SebastianM » 18. Mai 2020

Hallo Kollegen,
um das Thema mal wieder auf die Sachebene zurückzuführen:

Ich hab gerade mal die Pegel in den Schwimmerkammern gemessen.
Anbei von links nach rechts:

Vergaser 1:
1.jpg
Vergaser 2:
2.jpg
Vergaser 3:
3.jpg
Vergaser 4:
4.jpg
Des Weiteren sitzen die Vergaser nicht "waagerecht", sondern sind Luftfilter-seitig etwas höher als motorseitig. Das hat zur Folge, dass der Pegelstand "vorne" natürlich nochmal deutlich höher ist als hinten. ---> Frage: Müssen die Vergaser waagerecht sitzen? ich muss dazu sagen, dass das Mopped hinten aufgebockt war....
4_4.jpg

Meines Erachtens sind die Pegelstände bei #1 und #4 zu hoch. Aber wie kann das sein? Die Schwimmer sind nicht einstellbar, und die (Keyster) Nadelventile sind genauso lang wie die alten Nadelventile... Bin ratlos.

PS: Manche Bilder sind 90° verdrehrt. Keine Ahnung wieso. Wenn man raufklickt sind sie (bei mir) richtig rum...
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BerndM
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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von BerndM » 18. Mai 2020

Hallo Sebastian,
Das ist wohl richtig 2 + 3 sind korrekt. So wie ich es verstanden habe Spritfüllstand mit der Schlauchprüfung leicht unter Trennstelle
Schwimmerkammerdeckel zu Vergasergehäuse. Das Thema ist mittlerweie schon sehr lang. Hast Du die Schwimmerhöhen nach
Tausch der Schwimmernadeln geprüft ? Haben sich die Schwimmer beim Kippen von der waagerechten in die senkrechte Position
gleichmässig leicht bewegt ? Oder hakte eine Nadel im Sitz ?
Ob die Nadel gleich lang sind lässt sich schwerlich optisch bewerten. Da reichen 2 - 3 Zehntel Differnez bei den Nadeln um ein paar
Millimeter Schwimmerhöhe am äusseren Ende zu messen. Das Verhältnis liegt zum Drehpunkt bei ca. 4 mm ( Nadel ) zu 45 mm
hintere Kante Schwimmer.
Vergaser noch einmal ausbauen und die Schwimmerhöhen prüfen, danach die Nadeln gegeneinander tauschen.
Wandern die Differenzen mit ?
Im Nachbarforum habe ich auch mal erwähnt das die Schwimmer aus einem thermoplastischen Kunststoff gefertigt sind.
Somit mittels Wäme verformbar sind. Habe es aber selbst nie durchführen müssen. Wird sicher ein ruhiges Händchen benötigen
für Wärne einbringen und bewusst eine Verformung umzusetzen.
Hat Schellte gegeben. Wenn nicht passt dann Schwimmer in die Tonne. Also lieber erst einmal bewusst Funktion und Höhen des
Systems prüfen.

Gruß
Bernd

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onkelheri
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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von onkelheri » 18. Mai 2020

Sind die Nadelsitze eingeschraubt oder eingeschoben mit O-Ringdichtung nebst Halteschraube? In beiden Fällen kann man mit entsprechenden feinen Unterlegscheiben den Sitz entsprechend tiefersetzen und somit den Level absenken.

Gruß Heri
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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von SebastianM » 18. Mai 2020

Gute Frage. Muss ich mal schauen

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BerndM
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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von BerndM » 18. Mai 2020

Das Bild vom der zerlegten Schwimmernadel hat mich angeregt den kleinen Stift der oben aus dem Körper der Schwimmernadel
ragt zu berühren. Der Pin ist wirklich gefedert. Aufregende Funktion. Zupf doch mal an diesen Pinen. Eventuell ist der ein oder
andere verhakt, kommt beim Zupfen weiter raus und bleibt anschliessend gängig.

Gruß
bernd

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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von onkelheri » 18. Mai 2020

☝️🧐... nicht am PIN zupfen 🤣😂
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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von michaelw » 19. Mai 2020

Merke: Wer am PIN zupft, schraubt lange Irr.....
:neener:
Grüße
Michael
Wer Andere in der Kurve brät,
hat bestimmt ein 2-Takt Heizgerät.

Der Spruch ist geklaut von "COBRA" der Mofa-Gang

SebastianM
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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von SebastianM » 22. Mai 2020

Kurzes Update:
Schwimmerstände passen mittlerweile; die Vergaser laufen auch nicht mehr über.
(man beachte die roten Markierungen)
schwimmerstaende.jpg
.


Die Maschine springt an, läuft allerdings VIEL zu fett. Sie nimmt praktisch kein Gas an, und die Zündkerzen sind danach patschnass.

Mir ist nicht ganz klar, wo das herkommt.
Die einzigen Änderung am Vergaser ist der Dynojet Stage3 Kit. Dort wird vorgeschlagen, die Leerlaufgemischschraube 3,5 Umdrehungen rauszuschrauben; das hab ich mittlerweile auf 1,5 Umdrehungen reduziert... Ohne merkbare Verbesserung.

Weiterhin wird über das Dynokit ja die Hauptdüse sowie Düsennadel ausgetauscht. Können sich diese zwei Komponenten im Standgas / Leerlauf so auswirken?

Bin total entnervt... :dontknow:

mfg
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tomcat
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Re: Bollle-Vergaser... ich weiss nimmer weiter

Beitrag von tomcat » 22. Mai 2020

Grundsätzliches zu abstimmen ... vielleicht hilft es dir ja weiter ...

VERGASER ABSTIMMEN

Leerlauf- oder Standgasdrehzahl:
Je nach Motorkonfiguration liegt die Leerlaufdrehzahl zwischen 900/min (bei großen V2-Motoren), 1200/min (beim großen Vierzylinder) bis hin zu ca. 1500/min (beim Einzylinder). Das Standgas muss so eingestellt sein, dass der Motor im Leerlauf leicht und locker vor sich hin blubbert und beim Ziehen der Kupplung und Einlegen des ersten Gangs nicht ausgeht.

Einstellen der Leerlaufdrehzahl:
Beim Ein- oder Zweizylindermotor mit einem Gaszug pro Vergaser wird das Standgas am Anschlag des Gasschiebers eingestellt. Die Anschlagschraube sitzt generell unten am Vergaser und ist meist waagerecht zum Gasschiebergehäuse eingebaut. Bei Mehrzylindermotoren mit einer Gaszug-Seilzugrolle gibt es eine zentrale Leerlauf-Einstellschraube.

Gaszugspiel ("Leerweg am Gasgriff"):
Der Gasgriff muss sich um einen bestimmten Betrag bewegen lassen, ohne dass sich die Drehzahl erhöht. Kontrolle: Kreidestrich am Gummi des Gasgriffs und Gasgriffgehäuse anbringen, Motor starten, leicht Gas geben - die Drehzahl darf sich erst dann erhöhen, wenn sich die beiden Striche zwei bis drei Millimeter voneinander entfernt haben. Zu viel Spiel schafft träges, unberechenbares Ansprechverhalten, zu geringes Spiel bringt ruckendes Fahren.

Leerlaufluft-Regulierschraube:
Ihre Standardöffnung liegt bei 1 1/4 bis 1 3/4 Umdrehungen "offen". Je weiter sie geöffnet ("ausgedreht") ist, desto mehr Luft bekommt der Motor beim Gas geben aus Standgasdrehzahl. Ist sie zu weit ausgedreht (mehr als 1 3/4 Umdrehungen), magert das Gemisch beim Gas geben ab: man hat das Gefühl, dass der Motor sich "verschluckt", nicht richtig beschleunigen will und kurz vor dem Absterben ist. Sollte die Schraube zu weit eingedreht sein (weniger als 1 1/4 Umdrehungen offen), ist das Gemisch zu fett und der Motor dreht nur träge hoch.

Leerlaufgemisch-Regulierschraube:
Auch ihre Standardeinstellung liegt bei 1 1/4 bis 1 3/4 Um-drehungen "offen". Im Gegensatz zur Luftregulierschraube regelt sie jedoch den Durchfluss von zusätzlichem Benzin, wenn Gas gegeben und mehr Luft angesaugt wird. Wenn die Leerlaufgemisch-Regulierschraube zu weit ausgedreht ist (mehr als 1 3/4 Umdrehungen), überfettet der Motor beim Beschleunigen, dreht nur träge hoch und raucht schwarz aus dem Auspuff. Ist sie dagegen zu weit eingedreht (weniger als 1 1/4 Umdrehungen), bekommt der Motor nicht genug Sprit und will nicht hochdrehen.

Düsennadel:
Sie ist konisch geformt. Beim Gas geben gibt die Düsennadel entsprechend zur Bewegung des Gasschiebers einen größeren Ringspalt zum Düsenstock frei, so dass mehr Benzin durchlaufen kann. Die Düsennadel hat meistens fünf verschiedene, überein-ander angeordnete Kerben, in denen sie über einen kleinen Sicherungsring im Gasschieber eingehängt ist: Standardposition ist meistens die dritte Kerbe von unten. Wird die Düsennadel nun eine Kerbe höher (bzw. niedriger) gehängt, läuft der Motor fetter (bzw. magerer). Damit lässt sich ein empfindlicher Motor (z. B. ein hochgezüchteter Zweitakter) auf unterschiedliche Wetterbedingungen fein abstimmen: Bei trockener, sauerstoffarmer Witterung hängt man die Düsennadel eine Kerbe tiefer; bei sauerstoffreicher Luft eine Kerbe höher.

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