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Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Kaufberatung: Mopeds
Lucky13

Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von Lucky13 » 3. Nov 2016

Liebe Gemeinde,

Ich beschäftige mich schon ne Weile mir ein neues Bike zu zulegen,wenn ich den Schein erweitert habe.
Momentan habe ich die XS400 ins Auge gefasst.
Nun wollte ich her wissen,worauf muss so beim und vor dem Kauf geachtet werden?
Und falls sie dann bei mir stehen sollte,wie ist sie bei Reparaturen,ihre Handhabung?
Achso,geplant ist einen Scrambler zu kreieren.

Danke
Sven

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Manu
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Re: Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von Manu » 4. Nov 2016

Hi,

Es sind zwar sicher viele hier die sich mit Yamaha gut auskennen aber ich würde das XS 400 Forum empfehlen.

mfg Manu

Lucky13

Re: Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von Lucky13 » 4. Nov 2016

Danke für den Vorschlag manu

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ricardo
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Re: Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von ricardo » 4. Nov 2016

Dem nach, was ich bisher an XS400'en gesehen habe:

Ölstand penibel im Auge behalten, besonders richtung zu voll - kommt gern von dem Benzinhahn der immer ein bisschen undicht ist, und sukzessive den Tankinhalt in den Motor umfüllt, wenn der Motor poltert kanns sein, dass das schoneinmal jemand nicht beachtet hat.

Die Steuerkettenspannschienen gibts wohl nicht mehr neu, sehen aber trotzdem oft doof aus und das Gummi ist verhärtet. Nockenwelle willst Du im idealfall die 1m0 haben weil 38ps, wenn der Motor einiges an Öl verbraucht, sinds oft die Ventilschaftdichtungen.

Und wie bei jedem Motorrad was lange stand gilt: Zylinder VOR dem ersten Startversuch auf Standschäden (Rost in den Zylinderlaufbahnen) überprüfen. Besonders weil der Sprit gern am Benzinhahn vorbeiläuft ist schnell der Schmierfilm von den Laufbuchsen abgewaschen und es bildet sich eine wundervolle Flugrostschicht durch Kondenswasser - oder Luftfeuchtigkeit, falls eines der Ventile offen stand.

Der beste Tipp ist also: Motor ausbauen und inzpizieren vor Inbetriebnahme.

Und die hinteren oberen Motorhalterungen fallen gern vom Rahmen ab, ebenso ist oft der Anlasserfreilauf am Lima-Rotor lose und fräst sich dann in das Motorengehäuse (genau genommen die Anlasserkette). Das Ölsieb im Motor bricht gern... die Ruckdämpfer in dem Kupplungskorb haben gern viel Spiel und klappern, und die Zahnräder vom 3., 4., 5., und 6.(?) Gang haben oft Pitting. Besonders hierbei an der Getriebeausgangswelle wenn ich es richtig im Kopf habe. Wohl von Leuten die sie viel zu untertourig fahren. Das ist nen überquadratischer Zweizylinder, der sollte niemals mit weniger als 4000u/min außerhalb des Leerlaufes ohne Gang betrieben werden. Hab ich schon die rutschende Kupplung erwähnt?

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Tomster
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Re: Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von Tomster » 5. Nov 2016

Ach du Scheyce, das hört sich aber vielversprechend an.

Viel Glück ind bis dahin
Tom
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Lucky13

Re: Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von Lucky13 » 5. Nov 2016

Ich habe gestern bzw die Tage mal etwas im netz geschaut und bin auf diese Xs in meiner Nähe gestossen.

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... -305-20734

Nun würde ich gern von euch wissen wollen, was ihr davon haltet.
Sie hat kein TÜV,Vergaser müssen synch. werden, und Zündung eingestellt.

Danke

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ricardo
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Re: Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von ricardo » 5. Nov 2016

Ich behaupte mal, dass man bei jedem Motorrad so eine Liste zusammenbekommt, wenn man sich mit der Technik intensiver auseinandersetzt, und nicht nur eine "Basis" kauft, das Teil mit Rost im Zylinder irgendwie zum Laufen bekommt, und sie dann umgebaut nach 1000km mit verschwiegenem Motorschaden an den nächsten verbimmelt.

Verhärtete Ruckdämpfer in der Kupplung gibt es inzwischen bei all unseren Mopeds hin und wieder, besonders gern auch die im Hinterrad. Steuerkettenspannschienen die es nicht mehr gibt aber immer irgendwie verbraucht sind ebenso. Nur weil alle Leute in Foren nicht darüber reden und sie nicht gegen Neuteile austauschen heißt das ja leider nicht, dass es dort kein Problem gibt. Gummiabrieb ist m.M.n. unter den top-5 Sterbeursachen für Motoren die älter sind als 30 Jahre. Das Zeug klebt wunderbar jedes Ölsieb zu, und kommt nie im Ölfilter an.

Kupplungsrutschen könnte etwas yamahaspezifisch sein, habe ich bei meinen Hondas noch nicht gehabt, dafür bei allen Yamahas die ich bisher besaß. Diese tollen Membranbenzinhähne gab es auch jenseits von Yamaha, mit Benzin gefüllte Motoren demnach ebenso. Selbst wenns mal nicht der Benzinhahn ist, werden die Nadelventile in den Vergasern undicht, und vielleicht stand die Karre zufällig mit offenem Benzinhahn...


Eigentlich ist das daher mehr ein kleiner, etwa 50% Modellspezifischer Einblick in das, was Dich in jedem 30+ Jahre altem Motor erwartet - je nach Standzeit und Pflege. Hierbei ist es relativ egal wer das Ding hergestellt hat oder was es kostet. Einzig die Vorbesitzer entscheiden darüber wie gepflegt die Technik bei der Übergabe noch ist.

Edit: Zu der verlinkten Yamaha... kalkuliere einfach ein, dass er sich bisher null um den Motor gekümmert hat, und dich genau meine Liste erwartet. Am sichersten (wenngleich von Verkäufern stets abgestritten) ist es Du gehst einfach davon aus, dass du den Motor, zumindest den Kurbeltrieb, Kolben und Kopf komplett instandsetzen musst, also kaufst ein Motorrad mit Tüv, aber ohne Motor. Ein Darauf angemessener Preis wird nicht spontan bei der ersten Probefahrt zu teuer, und das gesparte Geld wirst du sicher anderweitig los, wenn der Motor anfängt zu klappern oder so ähnliches.

Von ~40 Motoren die ich in den letzten 5 Jahren gekauft habe sollten etwa 10 in noch lauffähigem Zustand sein, und 5 davon Überholt und tiptop, genau einer davon war tatsächlich nahe an "lauffähig" dran (hätten nicht die Nockenwellenlager gefressen), und das war keiner von denen die als "Überholt" galten.

"Müssen nur die Zündung und die Vergaser eingestellt werden" ist stets das erste und beste Indiz dafür, dass jemand es eifnach selber nicht hinbekommen hat, und vielleicht das Problem tiefer im Motor oder in Fehlern der Anbaukomponenten versteckt liegt, und eben nicht trivial zu beheben ist. Jeder der so ein Motorrad verkauft wird wohl am ehesten schon selbst alles ausprobiert haben um den Preis zu maximieren - d.h. ggfs. Einstellarbeiten sicher schon durchgezogen haben. Vielleicht erfolglos der Technik wegen, vielleicht auch der eigenen Unfähigkeit wegen, man weiß es immer erst, wenn einem die Kiste gehört, und man damit fahren will.

Also mit viel Skepsis und Misstrauen an so einen Kauf heranzutreten ist unheimlich ratsam.


P.S.: man beachte die Auspuffführung vom linken Zylinder, der Fehlende Gabelstabi (Kotflügel vorn), einen am Heck umgeschweißten Rahmen (Spachtel und eine Flex lassen auch die bescheidenste Elektroden-Brutzel-Schweißnaht wie geleckt aussehen) und co. Ich würde jemanden mit viel Menschenkenntnis mitnehmen wenn Du sie besichtigst, nur so bekommst du heraus ob die Arbeiten gut ausgeführt wurden - der Krümmer vom Linken Top sprechen gegen den Verkäufer.

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Tomster
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Re: Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von Tomster » 5. Nov 2016

Gebe dir da vollkommen recht, Ricardo.

Manchmal ist es eben hart, mit der Realität konfrontiert zu werden :wink:
Hatte bisher wohl Glück mit meinen alten Schätzchen. Es steht aber noch die Wiederbelebung der CB500 an. Bj. 76, 16 Jahre Standzeit.

Bis dahin
Tom

PS: die XS in deiner Anzeige wäre mir viel zu teuer. Mit dem was zu erwarten ist, dürfte sie nicht mehr als 500 -600 kosten.
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Lucky13

Re: Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von Lucky13 » 5. Nov 2016

Wenn dann wäre es ein Tauusch und kein Kauf.

Ricardo, könntest du mir evtl per PN sozusagen eine Stichpunktliste zu kommen lassen?
das wäre furchtbar nett.

Danke
Sven

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ricardo
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Re: Worauf muss bei einer Yamaha XS 400 geachtet werden?

Beitrag von ricardo » 5. Nov 2016

Hey Sven,

ich kann Dir da leider nicht großartig helfen, weil man die meisten Defekte kaum herausbekommt ohne den Motor zumindest Teilweise zu zerlegen.

-In jedem Fall wirst du die Auspuffanlage überarbeiten müssen
-Ölstand am Motor auf "nicht zu voll"/"riecht nach Benzin" checken
-Klappern des Motors im Lastwechsel zeigt Spiel in der Kraftübertragung (Kupplung, Kettenrad am Motor/Hinterrad Ruckdämpfer)
-Wenn du kannst nimm einen Kompressionstester mit, Kompression (bzw. Abstinenz dieser) ist ein super Indikator für eventuelle Standschäden im Zylinder
-Qualm aus dem Auspuff nach mehr als 5 Min Laufzeit, besonders beim Gasgeben/ Runtertouren KANN etwas zu den Ventilschaftdichtungen sagen, muss es aber nicht. Wenn die Kolbenringe tot sind, also wenig Kompression vorhanden ist, dann hast Du viel Blowby was viel Öl mit über die Motorentlüftung transportiert. Dieses Öl landet im Verbindungsstück zw. Vergaser und Luftfilter des RECHTEN Zylinders, wenn sich der also aufffällig zeigt...

Aber leider ist alles außer dem Klappern im Lastwechsel und exessivem Qualm aus dem Auspuff sehr subjektiv. Ergo sind diese Kisten immer nur schwer zu beurteilen ohne ausgedehnte Probefahrt (5-10km min.). Also wenn du kannst, dann lass ihn den Tüv machen und bring ein Überführungskennzeichen mit, und teste ausgiebig. Wenn er sie ehrlich verkaufen will wird er da kein Problem mit haben, druckst er mit: "naja, läuft nicht richtig blabla" herum: noch vorsichtiger werden.

Das Problem ist, dass diese kleinen Motoren wie ein Sack Nüsse laufen, sobald nur die Zündung >3 Grad verstellt ist, oder die Vergaser nicht synchronisiert sind oder die Ansaugstutzen rissig sind, oder die Membranen in den Vergasern, oder Schmutz im Tank der den Benzinhahn... die Liste ist endlos. Nimm dir bei der Besichtigung unbedingt ein zweites Paar Augen und Verstand mit, besser mit etwas Erfahrung, besonders mit diesen Kisten.

P.S.: ist das eine Schraubzwinge oder eine Bügelsäge als Halterung für den Endtopf?

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