Yamaha» SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

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LucaGregory
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Yamaha SRX 600, BJ 1987, ALFA ROMEO ROSSO COMPETIZIONE
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Yamaha» SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von LucaGregory » 20. Sep 2015

Hallo Forumskollegen,

ich möchte hier gerne meine SRX 600 vorstellen und einige Arbeiten zeigen die ich im Laufe der Zeit erledige. Es wird allerdings kein Umbau zu einem Caferacer werden, da mir das Design der SRX gefällt und ich die Maschine weitestgehend im Originalzustand belassen werde, bis auf einige technische Verbesserungen und eventuelle kleine Gimmicks.

Zu der SRX habe ich gegriffen, da ich von 1987 - 1989 schon mal eine hatte und ich von der Maschine begeistert war und immer noch bin.

Durch Glück konnte ich eine SRX kaufen die die unglaubliche Laufleistung von 11193km auf dem Tacho hat und das für 1500.-€. :jump: Eigentlich ist so eine Laufleistung für ein 28 Jahre altes Motorrad unglaublich, nachdem ich aber den Fahrzeugbrief gesehen habe, mir das Alter der 3 Vorbesitzer bei der jeweiligen Zulassung des Motorrades auf den aktuellen Besitzer ausgerechnet habe (1 Halterin bei der Erstzulassung über 50 Jahre, der zweite Halter Mitte 40 und der dritte Halter 64 Jahre) erscheint mir das plausibel.

Von der technischen Seite her gesehen ist das Motorrad anscheinend in Ordnung, Motor hat kaum Korrosion und matte Stellen, Rahmen und Anbauteile mit etwas Flugrost. Allerdings hatte die Maschine wohl schon seit Jahren kein Wasser, Seife und Schwamm mehr gesehen. :dontknow:

Hier aber jetzt erst mal die SRX:

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Nach dem Einsatz von Felgen- und Motorreiniger, Wasser, Seife und Hochdruckreiniger kam folgendes raus:

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Da 2 Kontrolleuchten im Cockpit defekt waren, hab ich mal die Fassungen der verwendeten Birnen ermittelt und passende SMD-LED-Leuchtmittel, gleich für alle Birnen im Cockpit, besorgt.

Bei der Demontage von Tacho und Drehzahlmesser fiel mir der Dämpfungsring um die beiden Instrumente auf. Beim Drehzahlmesser war der Ring gerissen, beim Tacho war der Ring auch sehr marode. Da wir hier im Ort eine kleine Firma haben die Dichtungselemente herstellt, habe ich mir dort zwei neue Ringe aus EPDM drehen lassen. Den Ausschnitt für die Welle des Rückstellers (Tageskilometerzähler) an dem Tachoring hab ich mit einem Locheisen ausgeschlagen.

Hier Bilder von den Ringen (passen wie Original) und dem Cockpit mit LED-Beleuchtung:

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Da sich am Auspuffsammler doch einiges an Rost befindet, hab ich den abgebaut und werde ihn Sandstrahlen und neu lackieren (Auspufflack ist bestellt). Die beiden Edelstahlkrümmer hatten einige unschöne matte Stellen, deshalb abbauen und polieren. Nur Polieren half nur leider nix. Also großes Programm mit folgenden Arbeitsgängen:

1. Geduld
2. 400er Schleifpapier nass
3. Geduld
4. 600er Schleifpapier nass
5. Geduld
6. 1200er Schleifpapier nass
7. Geduld
8. Edelstahlreiniger Dr.Muscle zum polieren bzw. reingen und ein ein langes Tuch, was als Band um die Rohre gelegt wurde
9. :prost:

Vergleich von einem unbearbeitetem Krümmer zu einem mit 400er Papier geschliffenen.

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Da ich die Krümmer nicht durch Einspannen in einen Schraubstock verdrücken wollte, habe ich eine Schraubzwinge an den Schraubstock festgezogen, die Krümmer auf den Griff der Schraubzwinge geschoben und dann angefangen zu schleifen. Vorteil mit der Schraubzwinge ist das man die Krümmer schön drehen kann und somit jede Stelle zum Schleifen gut erreicht und die Krümmer trotzdem beim schleifen und polieren fixiert sind.

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Hier das Endergebnis:

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Mir ist schon klar das die Krümmer wieder blau / braun anlaufen werden, hoffe aber durch entsprechende Pflege die matten Stellen vermeiden zu können.

In diesem Winter (2015/2016) werde ich nur kleinere Arbeiten an der SRX durchführen über die ich gerne mit Bildern und Texten berichte. Für den Winter 2016/2017 habe ich mit dann vorgenommen die SRX komplett zu zerlegen und alles richtig auf Vordermann zu bringen. Ist halt auch alles eine Frage der zur Verfügung stehenden Zeit und der Kosten.

An dieser Stelle möchte ich mich hier mal für einige Beiträge im Forum bedanken, die mir über die Arbeitsgänge, das verwendete Material etc. einiges an Versuchen und Irrungen abgenommen haben.

Gruß Oliver
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Re: SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von f104wart » 21. Sep 2015

Hallo Oliver,

es wäre nett, wenn Du Deine Fotos beim nächsten Mal auf etwa 300 KB komprimieren könntest. Es dauert sonst ewig lange, bis sie sich aufgebaut haben.

Gruß Ralf


...Jetzt, nachdem ich das geschrieben habe, sehe ich sie. Tolles Ergebnis! Die Mühe hat sich sichtlich gelohnt! .daumen-h1: :respekt: :clap:

.

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Re: SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von LucaGregory » 21. Sep 2015

Hallo Ralf,

Bildgröße habe ich jetzt angepasst, ich hoffe die Ladezeit ist jetzt erträglich.

Gruß Oliver
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Re: SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von swol » 21. Sep 2015

Moin Oliver,
Glückwunsch eine SRX in diesem Zustand ist kaum mehr zu bekommen.
Sieht wirklich super aus.
Wenn du mal Fragen zur Technik hast meld dich,ich musste meine inkl. Motor bis zur letzten Schraube zerlegen,das war ein echter ....Haufen und nicht mehr ganz original
Die Instrumenten Ringe sind bei mir auch ein Problem,was ist das für ein Material dieses edpm ?
Kann man die Firma bei der du die Ringe hast machen lassen übers Netz erreichen?
_________________________
Gruß Stephan

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Re: SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von LucaGregory » 21. Sep 2015

swol hat geschrieben:Die Instrumenten Ringe sind bei mir auch ein Problem,was ist das für ein Material dieses edpm ?
Kann man die Firma bei der du die Ringe hast machen lassen übers Netz erreichen?
EPDM peroxyd Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk 85° Shore A schwarz
Temperaturbereich -45° C bis +130° C (bei Heißluft kurzfristig bis +180° C einsetzbar)
Druck bis max. 180 bar
Sehr gutes Kälteverhalten, hohe Ozon-, Alterungs- und Witterungsbeständigkeit, für Wasserdampf gut geeignet, beständig gegen Bremsflüssigkeit

Firma Beku Dichtungselemente. Die fertigen alle Dichtungen entweder nach Zeichnung, Muster oder Angabe ab Losgröße 1.

Zeichnung für die Fertigung habe ich und kann ich Dir senden. Ich kann aber auch am Freitag mal den Chef der Firma fragen was er eigentlich für einen Satz Ringe aufruft. Der Chef ist am Freitag eh mit seiner Lebensgefährlichen bei uns zum essen und ich hab für die Ringe nur Danke sagen brauchen. :grin:
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Re: SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von swol » 21. Sep 2015

Vielen Dank schon mal vorab,frag bitte nach . Ich hab mir welche aus einer Scheiben Dichtung vom Auto gebastelt.
Sieht etwas bescheiden aus.
Wurde mich sehr freuen wenn das klappt.
_________________________
Gruß Stephan

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Re: SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von LucaGregory » 28. Sep 2015

Weiter geht es.

Auspuffsammler nach 28 Jahren.

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Da ich eh die Garage aussaugen wollte noch mal schnell mit dem Sandstrahlgerät für Dreck gesorgt. :grinsen1:

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Grundierung mit VHT-Auspufflack (Grundierspray) 3-Schichten

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Lackierung mit VHT-Auspufflack (Farbe schwarz) ebenfalls 3-Schichten

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Danach den Sammler noch 2-mal mit dem VHT-Auspuffklarlack lackiert, austrocknen lassen und bei 120 Grad in den heimischen Backofen, danach 30 min abkühlen und dann bei 250 Grad für eine Stunde in den Ofen. OK, meine Frau war in etwa so stinkig wie unsere Küche. :tease:

Ergebnis kann sich aber sehen lassen ....

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... und die Krümmer haben nach einigen Minuten laufen des Motors im Standbetrieb auch die gewünschte Farbe.

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Auspuffblende hab ich übrigens auch mal kurz mit der Sandstrahlpistole behandelt und die angegammelten Schrauben gegen Edelstahlschrauben getauscht. Die ganzen Gewindegänge der Schrauben vom Auspuff, Krümmer etc. habe ich vorm eindrehen schön mit Kupferpaste eingeschmiert, in der Hoffnung diese beim nächsten mal ohne Probleme lösen zu können.

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Danke übrigens an das Forum für die Beiträge über Auspufflackierungen, daher habe ich den Tipp für meinen verwendeten Auspufflack. :dance1:

Die nächsten Arbeiten folgen und sind auch sicherlich interessanter wie eine Auspufflackierung. tappingfoot
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Re: SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von LucaGregory » 3. Okt 2015

So, hier die nächsten Fotos von den Arbeiten.

Der rechte Motorseitendeckel soll über der Kupplung ein Sichtfenster bekommen, danke für die Inspiration und die Tipps an den SRXTRXTreiber, und die Maschine soll mit einem Ölkühler wie die japanischen Modelle ausgerüstet werden.

Da ich nicht unbedingt den vorhandenen und gut erhaltenen Seitendeckel ruinieren wollte, hab ich mir in der Bucht einen günstigen Motorseitendeckel organisiert.
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Um das Sichtfenster auszufräsen habe ich dann auf unser CNC-Holzbearbeitungszentrum in der Firma zugegriffen. :grinsen1: Das Zentrum ist ausgelegt um Spanplatten etc. zu bohren und zu fräsen, die Werkstücke werden dabei per Vakuum gespannt, die Bearbeitungshöhe ist leider auch begrenzt. Keine idealen Voraussetzungen. Also erst mal einen ALU-Fräser organisiert der in unsere Spannfutter passt, dann ein paar Spanplatten zugeschnitten und verschraubt um den Deckel festschrauben zu können und gleichzeitig im Maschinenbett zu versenken.

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Um den genauen Mittelpunkt der Fräsung zu finden, die richtige Vorschubgeschwindigkeit und Drehzahl zu bestimmen, habe ich mich dann mit mehreren Fräsungen vorgearbeitet.

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Endergebnis war das hier:

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Für die spätere Makrolonscheibe wurden dann erst mal ein paar Muster aus einer 10mm MDF-Platte gefräst, als das letzte Muster passte wurde die Makrolonscheibe mit doppelseitigem Klebeband auf eine Spanplatte aufgeklebt. Glücklicherweise haben wir in der Firma einen Plexiglasfräser.

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Ich hatte mir 10mm Makrolon besorgt und dann gleich noch umlaufend einen innenliegenden Falz in die Scheibe gefräst.

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Scheibe sitzt fest in dem Deckel und wird noch mit Omnivisc eingeklebt und abgedichtet.

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Nächste Schritte (Bohrung der Anschlüsse für den Ölkühler) folgen.
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Taufrosch
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Re: SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von Taufrosch » 4. Okt 2015

ziemlich coole Idee, bin gespannt wie das zusammengebaut aussieht .daumen-h1:

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Re: SRX 600 - Restauration und technische Verbesserung

Beitrag von LucaGregory » 4. Okt 2015

Hier die Bohrungen für den Anschluss des Ölkühlers.

Erst mal ne Kiste gebaut, an die der Seitendeckel geschraubt werden konnte. Dann den Seitendeckel so gut wie möglich auf der Kiste ausgerichtet (mit Unterlegscheiben etc.) um die Bohrungen rechtwinklig zu der späteren Dichtfläche hinzubekommen. Da ich mit meinen Mitteln Toleranzen nicht verhindern kann, hab ich mir gleich konische Anschlüsse besorgt.

Die Bohrungen wurden dann auf der heimischen Ständerbohrmaschine ausgeführt.

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Um die Gewinde einzuschneiden wurde der Gewindeschneider einfach in das Bohrfutter gespannt und die Bohrspindel von Hand gedreht.

Die beiden seitlichen Gewindegänge sind für die Anschlüsse an den Ölkühler, die Bohrung in der Fläche um den originalen Ölkanal stillzulegen.

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Als nächstes wird die Dichtfläche gereinigt und die Oberfläche des Deckels wieder ansehnlich gemacht.
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