Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

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DerAlte
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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von DerAlte » 16. Sep 2017

Da hat Bambi aber so was von recht!!! Jeder, der mich und meine LM2 ( mit der originalen Abstützung) beim BnB beobachten konnte, weiß wie heftiges Stempeln aussehen kann :oops:

Grüße Volker

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VVL
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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von VVL » 16. Sep 2017

@Krmn Zugegeben das mit dem Mg war eine Fangfrage :wink: , es gibt aktuell nur wirklich zwei Parteien, die davon Ahnung haben und ist wirklich heftig was dazu nötig ist (Schutzgas, Temperierung, Zusätze zu O2 red.)... Habt ihr eine eigene Anlage? Wenn ja was für Materialien habt Ihr regelmäßig drauf?

Bezüglich des Material werde ich nur soviel verraten, Ihr braucht was mit Kupfer als Legierungsbestandteil (Warmfestigkeit) und mit Si... Die Materialeigenschaften sind mindestens gleich oder eher besser wie die hiesiger Legierungen für Zylinder oder Köpfe. Der Aufwand der Verarbeitung ist hoch, da die Temperierung in der Anlage sehr gut passen muss und anschließend wird ein Prozedere an Wärmebehandlungen nötig. Wir haben das auf einer Umgebauten EOS-Anlage gemacht. Der Preis ist leider am Ende für vieles zu hoch aber geht perfekt. Gibt im Gussbereich oft günstigere Alternativen. Es lohnt sich meist nur für richtig spezielle Teile (Rennsport). Die nicht warmfesten Legierungen sind deutlich günstiger. Bezüglich Stützstruktur gibt es keine allgemeingültige Lösung, hängt sehr vom Bauteil ab und wo man bearbeiten kann. Es ist wirklich Erfahrung dafür nötig.

Zum Moped, ja tolles Projekt und sehr viel Arbeit rein geflossen. Besitzer ist selber wirklich technisch fit und hat ein paar Tolle Features drin. Es ist aber noch nicht fertig. Wie gesagt wir unterstützen hier nur, bisher bauen wir (noch) keine Motorräder. Da wird noch das Eine oder Andere passieren.
@Jakop: Fall du damit einen optischen Scanner meinst, nein. Für so etwas haben wir einen mobilen Messarm mit Taster. Du kommst in viele Bereiche besser "rein". Optische Geräte haben immer ein fixes Scanfeld und dann kommst Du nicht immer überall ran und es muss dazu noch ein Handheld sein oder halt alles zerlegen aber das zahlt Dir ja keiner :zunge: Das Ding ist auch klasse um Dämpferübersetzungen zu bestimmen (Hebelumlekungen Schwinge auf Dämpfer)

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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von VVL » 16. Sep 2017

@DerAlte: Nach aktuellem Stand wollen die das Röntgenbild, die Auslegung und Materialzertifikat (vom Halbzeughändler).

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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von VVL » 16. Sep 2017

Danke für den Tip mit der Bremsabstützung, gebe ich so weiter.

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sven
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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von sven » 16. Sep 2017

Bambi hat geschrieben: Aber in meinen jungen Jahren (2. Hälfte der 70-er) wurde immer gelehrt, daß eine gelagerte Abstützung der Hinterradbremse am Hauptrahmen die Bestmögliche wäre um Bremsstempeln am Hinterrad zu unterbinden.
Ja, stimmt, in dieser Hinsicht ist das die beste Lösung.
Warum diese Konstruktion heute nur noch selten ausgeführt
wird weiß ich auch nicht, anscheinend erachtet man den Vorteil
des nötigen Aufwands nicht wert ... oder es liegt daran daß man
die Hinterradbremse generell für eher unwichtig hält.
Ich benutze die auf der Rennstrecke genau nie, zum einen weil
es Aufmerksamkeit spart, zum anderen weil sie beim harten Bremsen
sowieso nichts mehr zur Verzögerung beitragen kann weil alle Last
auf dem Vorderrad liegt ... ich bin also bei meinem Hinweis von mir
und meinen Erfahrungen ausgegangen.
Die Nächstbeste sei eine möglichst lange Abstützung entlang der Schwinge.
Das widerum hat keinerlei Einfluß auf die Fahrwerksreaktion auf's Bremsen,
ob du da einen langen Bremsanker weit vorn Richtung Schwingenlager be-
festigt hast oder die Ankerplatte hinten mit "Nut und Feder" gegen die
Schwinge abstützt ist egal. In beiden Fällen kannst du Ankerplatte und
Schwinge als ein einziges starres Bauteil betrachten.

So, das ist jetzt alles ein bißchen offtopic, deshalb nochmal meine Frage:
ist das gedruckte Alubauteil wirklich genauso belastbar wie das aus dem
Vollen gefräste?
Und zweitens, bei komplexen Bauteilen wie Zylinderköpfen liegen die
Vorteile vom Drucken ja auf der Hand, aber den Bremszangenadapter,
hätte man den nicht wirtschaftlicher durch fräsen hergestellt?

Viele Grüße
Sven
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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von grumbern » 16. Sep 2017

Haben vor kurzem einen gedruckten Zylinder für 2T-Renner gemacht.
Das wiederum interessiert mich nun auch wieder! Darf man fragen, was so was denn kosten würde?!
Gruß,
Andreas

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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von Krmn » 16. Sep 2017

Sven, hier die Eigenschaften eines AlSi10Mg.

Mechanische Eigenschaften der Bauteile [10]
Wie gebaut Nach Wärmebehandlung [9]
Zugfestigkeit [6]
- in horizontaler Richtung (XY) 460  20 MPa 345  10 MPA
- in vertikaler Richtung (Z) 460  20 MPa 350  10 MPa
Streckgrenze (Rp 0.2 %) [6]
- in horizontaler Richtung (XY) 270  10 MPa 230  15 MPa
- in vertikaler Richtung (Z) 240  10 MPa 230  15 MPa
E-Modul [6]
- in horizontaler Richtung (XY) 75  10 GPa 70  10 GPa
- in vertikaler Richtung (Z) 70  10 GPa 60  10 GPa
Bruchdehnung [6]
- in horizontaler Richtung (XY) (9  2) % 12  2%
- in vertikaler Richtung (Z) (6  2) % 11  2%
Härte [7] ca. 119  5 HBW
Dauerschwingfestigkeit [1] [8]
- in vertikaler Richtung (Z) ca. 97  7 MPa
[6] Mechanische Festigkeit geprüft gemäß ISO 6892-1:2009 (B) Anhang D, Proportionalstäbe, Probendurchmesser
5 mm, Anfangsmesslänge 25 mm.
[7] Härteprüfung nach Brinell (HBW 1/10) entsprechend DIN EN ISO 6506-1. Die Meßwerte wurde an Probenquerschliffen
ermittelt. Zu beachten ist, dass die gemessene Härte stark von der Art der Probenvorbereitung
abhängen kann.
[8] Umlaufbiegeversuch mit Prüffrequenz von 50 Hz, R = -1, Messung bei Erreichung von 5 Millionen Zyklen ohne
Bruch beendet.
[9] Spannungsarmglühen, 2 h bei 300 °C.
[10] Hinweis: diese Eigenschaften wurden auf einer EOSINT M 280-400W ermittelt. Prüfkörper vom Maschinentyp
EOS M 290-400W erreichen entsprechende Werte.

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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von sven » 17. Sep 2017

Oh, das sind ja erfreuliche Werte!

Danke dir!

kleiner Tip am Rande:
die Moderatoren nehmen es hier mit dem Urheberrecht ziemlich genau,
also in Zukunft besser verlinken, dann gibt's keinen Anschiß!

Viele Grüße
Sven
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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von Vergaserflüsterer » 17. Sep 2017

Hallo zusammen

was mich an der Guzzi interessieren würde wäre das vordere Schutzblech mit den Halterungen habt ihr das auch selber gemacht?

Gruß Eric
Ich bin der .... mit dem ich früher nicht spielen durfte!

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Re: Entwickeln von Mopedkomponenten Bsp. Guzzi

Beitrag von VVL » 18. Sep 2017

Ok, jetzt weiß jetzt brauche ich nicht mal mehr auf die EOS-Seite gehen um nachzuschlagen ;)
https://www.eos.info/werkstoffe-m für alle die es Interessiert, EOS hat da eine vorbildliche Datensammlung... Gibt es auch zu Kunststoffen. Die Werte am besten als sehr gute Anhaltswerte nehmen, je nach Pulverhersteller und Anlage gibt es Schwankungen.

Der Preis für das Teil wäre nicht repräsentativ (Sondermaterial) an der Stelle aber ich gebe Dir eine Relation. Der wassergekühlter Zylinder einer DT80 z.B. (kennt man vielleicht noch), dürfte ohne Kopf bei ca. 3-3.5 k€ liegen und das auch nur, da nicht sehr komplex. Preis setzt sich grob aus Volumen (rep. Masse) und Oberfläche zusammen. Bedeutet, ein luftgekühlter Motor kann ganz schnell noch ein paar hunderter Mehr kosten (Aufwand Stützmaterial auch deutlich mehr)
Masse --> Pulverkosten (ca. 80-100 €/kg bei Al warmfest normal)
Oberfläche --> Belichtungszeit --> Bauzeit für das Teil (Verrechnung hängt vom Anlagenbetreiber und Abschreibungsmodell ab)

Für ein vergleichbares Teil aus Feinguss (wirklich gute Quali), wäre der Preis etwa bei einem Drittel.

Wir reden hier von dem Rohteil!! also ohne Bearbeitung der Funktionsflächen oder Beschichtung der Laufbahn...

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