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IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

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zippi
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IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von zippi » 12. Sep 2019

Hallo

Meine saision 2019 ist seit dem letzten wochenende vorbei :cry: .
Hockenheim war, wie in den letzten Jahren, meine letzte station und so wie in den letzten Jahren habe ich mich mit meiner Yamaha RD/TR3 dort bei dem IHRO rennen gemeldet.
20190908_154450 klein.jpg
Zusätzlich habe ich die TZ, wie ich sie beim BnB gefahren war, mitgenommen, nur zum ausstellen.

Die brennensten fragen vorweg:
Wurde geschraubt ? Ja!
Wurde gefahren ? Ja
Wurden die rennen beendet ? Ja

Die TR3 zylinder waren neu beschichtet, neue kolben, zündungs statoren neu, kurbelwelle neu gelagert+neue pleule, es sollte diesmal doch mal nichts schief gehen tappingfoot .
Mittwoch nachmittag hatte ich sogar noch zeit den keilriemen vom MB 100 zu wechseln. Mitwoch abend war alles gepackt.

Donnersttag:

Mit sack und pack zur arbeit und direckt von dort nach Hockenheim.

Kaum bin ich über die rheinbrücke, wird der MB 100 sehr heiss. Wollte sowieso an der tanke dort nochmal halten.
An einer stelle war der wasserkreislauf vom MB 100 nie richtig dicht, alle paar monate wird er plötzlich schell heiss, dann muss man wasser nachschütten, so dachte ich mir erst nichts grossartiges dabei.
Füllte wasser nach und ab auf die autobahn.
30km weiter war alles ganz normal, doch dann stieg die temperatur wieder an.
O.K. nächste tanke wieder raus, jetzt musste ich mir die stelle mal anschauen, ist es schlimmer geworden oder wohlmöglich ist es was
anderes ?
Schon ging es los mit dem schrauben und ich war noch gar nicht da :steinigung:
Da man bei dem MB nichts sehen kann, ausser den kühler von aussen, wenn man die haube öffnet, erst mal den motiorschutz unterm Bus abgeschraubt.
Von unten konnte man vermuten das es die alte stelle ist, doch genau wäre es nur von oben zu sehen gewesen.
Also doch die haube im fahrerraum aufmachen, was nicht ganz einfach ist, wenn der bus vollbeladen ist.
Mit ein bischen tetris, bekam ich die haube, einen spalt von 20cm auf, das reichte um die besagte stelle genau zu sehen, doch sie war trocken.
Hm, dann mach ich mal den motor an und schau was passiert.
Bei laufenden motor war das leck nicht mehr zu übersehen, es pumpte förmlich aus einem dicken wasserschlauch der nach unten führte.
Ein loch mitten im schlauch?
Ertaste die stelle (nachdem die angelegenheit wieder kühler war), es fühlte sich wie ein riss an.
So lasse ich das kühlwasser ab, bau den schlauch aus, er ist durchgeschliffen.
Schnell ist mir klar wovon. Die neue position der lichtmaschine, nach dem riemenwechsel ist schuld.
O.K. schlauch flicken und dann so verbauen das er nicht erneut von der lichtmaschine angeschliffen wird.
Gehe in die Tanke um zu sehen was die so für reperaturlösungen anbieten.
Bis auf ein breites, extrafestes klebeband finde ich nichts nützliches für mich.
Im bus hab ich noch klempnerband, mache eine kleine wurst aus dem klempnerband, schneide die wurst so zurecht, das sie das abgeschälte material am schlauch ersetzt. Bandagiere die stelle gründlich mit klempnerbad. Dann umwickel ich alles nochmal mit dem extrafesten klebeband aus der tankstelle, welches wirklich dehnungsfrei ist.
Beim einbauen verdrehe ich den formschlau so, das er von der lichtmaschine weg kommt, zur sicherheit binde ich ihn mit kabelbindern noch ein stückchen weiter weg.
Wasser wieder rein, motor an, alles dicht.
Nach ca. 2 stündigen reperaturstop geht es weiter.

Treffe mit dem letzten tageslicht im fahrerlager ein.
Fahre Joos, einer der beiden IHRO organisatoren, übern weg, der zeigt mir wo noch platz für mich ist.
Pavillion aufbauen mopets abladen. Da ist es auch schon dunkel, strom legen und im schein der neonröhre zu ende aufgebaut, gegen mitternacht bin ich fertig und mach mir ein bier auf.
20190906_010325 klein.jpg
20190906_010344 klein.jpg
:prost:

fortsetzung folgt...
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Bambi
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Re: IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von Bambi » 12. Sep 2019

Hallo zippi,
irgendwie habe ich immer das Gefühl ich lese einen Bericht aus den 60- oder 70-er Jahren. Da war das bestimmt so wenn ich den noch etwas älteren Hasen als ich es mit 62 bin zuhöre. Immer wieder schööön!
Schöne Grüße, Bambi
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zippi
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Re: IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von zippi » 13. Sep 2019

Hallo Bambi

Scheinbar erlebe ich wirklich die 60er 70er jahre nach, classic motorsport ist bei mir nicht nur das motorrad sondern alles andere drumherum auch :P .

grüsse zippi

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zippi
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Re: IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von zippi » 13. Sep 2019

...fortsetzung

Freitag:

Aufstehen, waschen anziehen u.s.w., 8:00 uhr, fahrerbesprechung.
Dann die RD mal starten. Dank meiner neuangeschaften startmaschiene sollte das kein problem sein.
Drauf auf die rolle, doch es tut sich nichts. Der schrauber meines fahrerlager nachbarn schaut vorbei, packt sofort an, drückt die das hinterrad auf den starter, nichts.
Dann ruft er stop, das rad b.z.w. die startmaschiene dreht sich falschrum :stupid: .
Zuhause drehte sie noch richtigrum. Es ist eine drehstrom startmaschine, CEE 16A 400V, vieleicht ist bei der dazwischen gesteckten kabeltrommel die phase vertauscht, also mit der startmaschiene zum stromkasten direckt eingestöpselt, doch sie dreht immer noch falschrum.
Der Schrauberkolege meint die phase drehen, habe ein adapter CEE 32A auf CEE 16A dabei, schraube dihn auf, welche kabel muss ich jetzt tauschen, der Schrauber ist sich auch nicht sicher, doch er kennt einen der es weiss.
Ein paar meter weiter ist ein weiterer IHRO starter der mir genau sagen kann welche phasen ich tauschen soll, L1 + L3.
Gesagt getan und siehe da die startmaschiene läuft richtigrum.
Starte die RD, alles gut, qualifying 1 kann kommen.

13:35 uhr quali 1:

RD starten, zum vorstart, stehen mit laufenden motor und eine gefühlte ewigkeit warten. Endlich geht es los.
Bin ca 1 meter auf der strecke da stirbt mir der motor ab, das darf nicht wahr sein, denke ich.
Schiebe die RD zurück in die boxengasse, die streckenposten/einweiser versuchen die RD wieder anzuschieben, vergeblich.
Entnervt, schimpfend schiebe ich die RD zurück, wieder auf die startmaschiene und siehe da, sie springt an, also zurück zur strecke.
Komme pünktlich zur rot phase, stelle mich zu den anderen und warte wieder in der boxengasse mit laufenden motor auf die erneute freigabe der strecke.
Einer von uns hatte öl verloren, der nächste ist darauf ausgerutscht.
Wir dürfen wieder raus, diesmal stirbt der motor nicht ab, wir fahren eine halbe runde, wieder rot, wieder in die boxengasse und warten.
Noch jemand ist über die nicht sauber entvernte ölspur gefallen.
Dann geht es nochmal auf die strecke, schaffe in der verbleibenden zeit noch drei fliegende runden.
Die RD läuft komisch, sie stottert beim beschleunigen, ungefähr so: ääää h ääää h ääää.
Als würde sie alle paar sekunden klemmen.
Richtig fahren geht nicht, doch wenigsten hab ich schonmal eine zeit gefahren.

Nach der quali geht es an die fehler suche.
Kerzenbild sieht gut aus. Vergaser reinigen, zündung kontrolieren, alles sieht normal aus.
Ein alter bekannter kommt vorbei, habe ihn 2010 in Spa kennengelernt, er hatte masgeblichen anteil daran, das meine RD, nach dem erstaufbau, ans rennen gekommen ist.
Er fängt sofort an mit nach einem möglichen fehler zu suchen, er entdeckt das meine ansauggummis tiefe risse aufweisen.
Denke nicht, das das problem ist, doch die wieder einzubauen wiederstrebt mir natürlich.
Also gehe ich zu Bernd Cohnens stand und finde dort auch ersatz.
Doch pug and play passen sie nicht, der lochabstand ist zu gross, sind wohl von einer späteren TZ. Mit der feile die löcher vergrössert, dann ging es.
Bei der gelegenheit den kolben durch den einlass betrachtet, alles gut, den auspuff ab gemacht und die kolben von der auslass seite betrachtet, sieht auch alles gut aus.
Zündeinstellung nochmals kontroliert, nichts auffälliges.
Im stand läuft sie auch ganz normal.

Hoffe das der spuk nun vorbei ist, mache mir was zu essen und lasse den tag ausklingen.
Schaue mit einem bier bewaffnet bei Friedel, Klemens, Peter und Matthias vorbei, die in Hockenheim beim sonderlauf starten.
Schaue mir Klemens neu aufgebaute post 350 gp alu deltabox TZ 350 an, sowie Peters 3 zylinder und Friedels TZ 350 mit Lectrone vergasern.

Danach besuche ich noch Markus und konsorten, bei denen ich traditionell meinen absacker in Hockenheim trinke.
Auf dem weg zu Markus nehme ich beim IHRO zelt noch die zeitenliste mit.
Zu meiner überraschung bin ich trotz probleme die 2 schnellste 350er.

fortsetzung folgt...

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Re: IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von Tomster » 13. Sep 2019

Macht wie immer Spaß, deine Berichte zu lesen. .daumen-h1:

Danke und bis dahin
Tom
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Re: IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von beast666 » 13. Sep 2019

Hey Zippi alte Hütte,

das liest sich doch schon ganz gut! Da bleibe ich wie immer dran!
Grüße :prost:

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Re: IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von theTon~ » 14. Sep 2019

Sehr schöner Bericht Zippi! Freue mich schon auf die Fortsetzung!

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Re: IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von kramer » 14. Sep 2019

zippi hat geschrieben:
13. Sep 2019
8:00 uhr, fahrerbesprechung.
So früh schon :shock:

Ich glaub, ich werd jetzt doch wohl kein Rennfahrer mehr werden wollen.

Peter

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Re: IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von zippi » 14. Sep 2019

Danke Tom, Heiko und Rene, fortsetzung ist in arbeit :) .

Ja, Peter, das wäre auch das erste was ich ändern würde, wenn ich darauf einfuss hätte, bin eher das gegenteil von einem frühaufsteher :roll: .

grüsse zippi

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Re: IHRO Hockenheim Classics-Yamaha RD/TR3-Bericht

Beitrag von sponk » 14. Sep 2019

Richtig schön authentisch erzählt.👍
War leider erst am Sonntag ab 13:00 da und da gabs nur noch Showlauf/ Gespanne und ein “normales“ Rennen.
Trotzem hat man den Spirit der Leute iwie gespürt.
Kanns schlecht in Worte fassen,aber iwie mal normale Menschen.😁
Nächstes Jahr werden es wahrscheinlich minimum zwei Tage vor Ort. (Sind ja nur 30min Fahrt)

Bin gespannt wie es weitergeht.
Mfg sponk

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