Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

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Bambi
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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von Bambi » 12. Jul 2018

... ich hatte schon mal so einen leisen Verdacht irgendwann, irgendwo in einem Beitrag ... .daumen-h1: Aber jetzt kennen wir uns dort ja auch! Freut mich!
Schöne Grüße, Bambi
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halbtroll
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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von halbtroll » 12. Jul 2018

@ Bambi. Nicht petzen, Du hast Dir ja wahrscheinlich schon im Fressenbuch angesehen, wie´s weitergeht.
@ Alle anderen: Öltank.
Die SR hat ja bekanntlicherweise eine Trockensumpfschmierung und bewahrt das schmierende Naß im Rahmen auf. Bzw läßt es da unter Einbeziehung des Motors zirkulieren.
Wollte ich so bei der Mito nicht machen, also mußte ein Öltank her. Platz war da, ein Dummy vom Dummi schnell gebastelt.
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Hinter dem Federbein war genug Platz, und an dieser Stelle schützte der Tank auch den Vergaser nebst Ansaugtrichter vor aufgewirbelten Krams von der Piste.
Normalerweise hat die SR ca. 2,5 l Motoröl. In diesen Tank passen knapp 5 l. Ich dachte mir, wenn der Motor zu heiß wird, kriegt er einfach mehr Öl, das dann mehr Zeit zum abkühlen hat. Wie gesagt, Trockensumpfschmierung. Bei einer Naßsumpfschmierung würde ich das nicht unbedingt machen...
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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von halbtroll » 12. Jul 2018

k-BILD2663.JPG
Unten in die Tankspitze schweißte ich eine Buchse ein, in die das Originalölsieb aus der SR eingeschraubt wurde, von da aus mit einem Ölschlauch an einen umgearbeiteten Originalanschluß an den Motor. Rückleitung mit einem Ölschlauch oben in den Tank in die Nähe des Einfüllstutzens. Bei der SR führt ein Entlüftungstutzen vom Zylinderkopf zum oberen Rahmenrohr(Öltank), als hab ich auch so eine Leitung vorgesehen. Schadet sicher nicht.
Ach ja, Einfüllstutzen. War ursprünglich mal ein Standrohr von einer CBR 1000, die ich mal zur Pflege hatte.
Ideal dafür: Große Öffnung zum Öleinfüllen, schönes Gewinde mit Dichtungsring und am Verschlußstopfen war auch noch ein schön langer Alustab dran, der jetzt, mit den entsprechenden Markierungen versehen, als Ölmeßstab diente.
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Zum prüfen der Freigängigkeit der ganzen Geschichte (vor dem finalen verbraten der Halterungen) demontierte ich die Feder vom Federbein (jetzt quasi nur noch Bein), baute es wieder ein und pumpte mit einem Wagenheber die Schwinge bis auf Anschlag hoch. Passt.

Mal schauen: Motor hängt im Rahmen, muß ich nicht selber schleppen. Zündfähiges Gemisch bekommt er. Nach Zündung kann dasselbe auch wieder halbwegs gesittet das Fahrzeug verlassen. Öl bekommt der Triebling auch, auf dass das Ansaugen, verbrennen und auspuffen auch eine geraume Zeit vorstatten gehen kann (hopefully). Was fehlt: Der zündende Funke und etwas drumherum Richtung draufsetzen und draufgucken und ein klitztekleines Bisschen für die Schönheit. Beim Moped. Aussichtsreicher.

Ach ja und : DER MOTOR....

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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von halbtroll » 15. Jul 2018

Für die Erstellung dieses Berichtes im Allgemeinen und der Anfertigung des Motors im Besonderen wurde keine SR 500 getötet oder verletzt.

Der Motor wurde vielmehr aus Teilen aus dem Bestand (Ersatzteilhortung für den Widerporscht) sowie aus der Bucht aufgebaut.
Der Motorblock mit einer fast guten Kurbelwelle (Gewinde auf der Primärantriebsseite war ein wenig unschön) kam, wenn ich mich recht erinnere aus einer Sammlungsauflösung aus dem SR-Forum. Beim Zerlegen stellte sich heraus, das die Innereien in einem sehr ordendlichen Zustand waren. Mit neuen Kurbelwellenlagern ( wir erinnern uns: Worldbeater, ich hatte Großes vor, perspektivisch jedenfalls) und neuen Dichtringen wurde der Block wieder zusammengebaut. Aus der Bucht kam ein ordendlicher Zylinder nebst Kolben, einen brauchbaren Kopf hatte ich auch noch (für den Motor, der Verfaser hätte vermutlich auch einen nötig, aber nun ja). Von ebay-Kleinanzeigen kam eine "scharfe" Nockenwelle und ein Noniusrad für den Nockenwellenantrieb.
Geplant war zunächst eine moderate Leistungssteigerung, in erster Linie also eine Anpassung der vorhandenen Teile aneinander.
Der Kupplungskorb kam aus der Bucht, Druckplatte, Reibscheiben und Stahlscheiben kamen aus den Teilen, die mit der XS 500 bei mir angespült wurden. Rechter Gehäusedeckel aus der Bucht. Da es nicht auf Schönheit ankam konnte ich auf einen mit optischen Macken zurückgreifen, was sich im Preis bemerkbar machte.
Kolben und Zylinder sollten Original bleiben bis auf zwei Ausnahmen: Zum Erzielen einer mörderischen Verdichtung wollte ich die Zylinderfußdichtung weglassen, und: Der Zylinder bekam eine Zugentlastung.

Wasndattn??? :dontknow:

Der Motor der SR hat keine durchgehenden Stehbolzen, d.H. Zylinderkopf und Motorgehäuse werden nicht direkt miteinander verschraubt.
Der Zylinderfuß wird mit den Gehäuse verschraubt, und das obere Teil des Zylinders mittels kurzer Stehbolzen mit dem Zylinderkopf. Alle entstehenden Kräfte werden also durch die Zylinderwandung übertragen. Das hat bei heftig modifizierten Motoren schon zu Problemen geführt
Zur Entlastung der bedauernswerten Zylinderwandung werden die kurzen Stehbolen von unten angebohrt, mit Gewinde versehen und mit entsprechend langen Inbusschrauben vom Zylinderfuß aus verschraubt. Die Bohrungen dafür mussen natürlich auch gebohrt werden. Kann in etwa so machen:
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k-BILD2721.JPG
k-BILD2722.JPG
Steuerkette, Spanner und Steuerkette neu, dito Kolbenringe und nebbich Kolbenclips.
Der Motorblock wurde mit Kolben und Zylinder versehen, und nun kommt der spannende Teil: Kopfarbeit. Was frisieren ja in erster Linie ist.

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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von Eumel » 16. Jul 2018

halbtroll hat geschrieben:
15. Jul 2018
...und nun kommt der spannende Teil: Kopfarbeit. Was frisieren ja in erster Linie ist.
:grinsen1: die Leute in der S-Bahn denken glaub grad echt ich hab sie nicht alle :grinsen1:
:!: Hier könnte Ihre Werbung stehen :!:

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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von halbtroll » 16. Jul 2018

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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von halbtroll » 16. Jul 2018

Kopfarbeit.
Basis ist ein gut abgehangener Kopf aus meinem Repärteure oder wie das heißt.
k-BILD2701.JPG
Zunächst einmal musste der Einlaßkanal auf den größeren Vergaserdurchmesser angepasst werden. Also den Gummiansaugstutzen vom neuen Mikuni auf den Kopf geschraubt, einmal innen mit dem Edding lang und biddeschöön:
k-BILD2703.JPG
Dann gabs viel Arbeit für kleine Fräser etc, grob mit der Handbohrmaschine vorgearbeitet und dann mit Dremelersatz und biegsamer Welle weiter.
k-BILD2706.JPG
k-BILD2709.JPG
Der Auslaßkanal wurde auch einwenig sauber gemacht, aber nicht extensiv erweitert. Der Krümmer ist ja auch nicht so wahnsinnig dick. Halt so, dass es gut passte.
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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von halbtroll » 16. Jul 2018

k-kanalvergleich 1a.jpg
k-kanalvergleich 2a.jpg
k-BILD2712.JPG
k-BILD2738.JPG
Mit etwas Feinarbeit und vor allem Fachwissen ließe sich sicher mehr rausholen, aaaber: Selbst gemacht, und wenn ich rückwärts getunt habe ( Ältester Tunerwitz: "Serienleistung erreicht!" ;) ).

Als nächstes folgt dann der Zusammenbau des Motors und anschließend des ganzen Mopeds, damals noch Rennsemmel genannt.
Es sollten weiter Namen folgen...

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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von grumbern » 16. Jul 2018

Sehr hübsch, jetzt wirds interessant :)

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Re: Cagiva» Yamagiva aka Sushialdente

Beitrag von halbtroll » 17. Jul 2018

Wie gesagt, Kolben und Zylinder sind montiert, bevors weitergeht, ersteinmal die OT-Markierung überprüfen.
k-BILD2723.JPG
War soweit OK.
Ventile etwas geglättet und mit den serienmäßigen Ventilfedern montiert. Da die neue Nockenwelle nitriert ist, neue Hartblock-Kipphebel aus den späteren SR-Serien verbaut.
Das Nockenwellenantriebsrad wird mit einem Stift auf der Nockenwelle fixiert und mit einer zentralen Schraube befestigt. Um die Steuerzeiten genau einstellen zu können, gibbet ein sog. Noniusrad mit diversen Stiftbohrungen. Durch versetzten des Stiftes und entsprechendes umsetzten der Kette auf dem Kettenrad kann die Steuerzeit sehr genau eingestellt werden. Wenn mans kann. Hat bei mir einen Augenblick gedauert, bis ich mich eingefuchst hatte, aber dann gings ganz gut.
k-BILD2729.JPG
k-BILD2726.JPG
Und auch hier besticht der Meßuhrenhalter....
Einlaß sollte öffnen bei 21,3° vor OT (Ventilspiel 0 mm, 1 mm Ventilhub)
Bis ich da war, hat es etwas gedauert.
Zusammenbauen, Meßuhr drauf, messen... Sch...ade.
Meßuhr ab, Steuerkettenspanner demontiert, Ventideckel runter,Nockenwellenrad abgeschraubt,Kette vom Rad runter, Stift um eine Loch versetzt, korrespondierende Markierung auf dem Kettenrad gesucht, Kette aufs Nockenwellenrad, Stift rein, Nockenwelle verschraubt, Ventildeckel drauf, Steuerkettenspanner montiert, Meßuhr drauf, vooorsichtig drehen.... Mist, in die falsche Richtung gearbeitet...
also.. siehe oben.
Nach zwei Abenden öffnete das Ventil dann bei 21° und n büschen. Voorsichtig, nicht atmen und die Position markieren.
Jetzt mußte nur noch die freigängigkeit der Ventile geprüft werden.
Also... Steuerkettenspanner demontiert........ etc.

Fortsetzung folgt. Das erspare ich Euch nicht

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