Kurbelwelle instandsetzen Sachs Einzylinder

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UdoZ1R
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Kurbelwelle instandsetzen Sachs Einzylinder

Beitrag von UdoZ1R » Mo 28. Aug 2017, 20:56

Hallo zusammen,

ich bräuchte mal einen Rat von euch. Folgendes Problem:

Der Sohn von einem guten Kumpel ist seine Einzylinder Sachs 125 4-Takt digital und ohne Öl gefahren. Heißt beim Kauf war der Ölstand ok und die Jugend war der Meinung das bleibt auch so :zunge: . Immerhin sind ja fast mehr als 1 Liter drin! :P Ausserdem immer vorsichtig Vollgas direkt nach dem Losfahren, weil unter 12000 Umdrehungen geht ja nix tappingfoot tappingfoot

Es kam was kommen musste, der Kollaps. Die Lagersitze der Kurbelwellenhauptlager waren ok (sind Kugellager). Allerdings hat es den Lagersitz des Anlasserfreilaufes auf der Kurbelwelle zerlegt. Dadurch taumelt und schlägt das Zahnrad des Anlasserfreilaufes extem.

Jetzt meine Idee: Ich bau die Welle aus, dreh den Sitz solange ab bis er wieder rund ist und fertige dann aus Lagerbronze so eine Büchse an, dass das jetzige Nadellager zwischen Anlasserfreilauf und Kurbelwelle ersatzlos gestrichen wird. Die Büchse wird dann eine Wandstärke von geschätzt 5 mm haben. Wirklich Last bekommt das Teil ja nur beim Anlassen und dann auch mit relativ geringer Drehzahl.

Was meint ihr? Kann das klappen wenn ich noch eine Schmiernut eindrehe? Eignet sich RG7? Welche Maße , also wieviel Luft würdet ihr einhalten?

Ich bin ja nur so ein Hobbymetaller. Weil die Welle aber sowieso hinüber ist, kann ich nichts kaputt machen und würde das gerne versuchen.
Gruß Udo

PS. Motorräder werden mit Werkzeug repariert und umgebaut, nicht mit der Kreditkarte!

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manne
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Re: Kurbelwelle instandsetzen Sachs Einzylinder

Beitrag von manne » Mo 28. Aug 2017, 22:26

das ist doch ein Witz..

dachte ich erst als ich das gelesen habe.. aber dann..

ich vermute es ist die XTC mit dem Suzukimotor?
Erkennungszeichen Ölkühler.. den hat die mit Morinimotor nicht..

Was nun folgt gilt für den Motor mit Ölkühler - beim anderen also Morini sieht das vermutlich ganz anders aus...

Ich hatte an einer Maschine mit dem Motor dasselbe Problem. der Käfig des Nadellager auf dem das Freilauflritzel läuft ist geplatzt - das Lager hat verklemmt - freilauf war nix mehr. Und daher hat es noch dem Startermotor wegen dauernder Mitnahme auch noch den Hals abgedreht...
hier lag kein Ölmangel vor - Glück gehabt...

ich habe den Limarotor nicht abziehen können so dermassen festgesessen ist der - trotz korrektem Abzieher. Weil aber noch ein defekter Motor mit Lima hierlag den Rotor mit der Flex getrennt und abgenommen. Von der Kurbelwelle hab ich dann im eingebauten Zustand mit Dreikantschaber und ölsteinen das "aufgewalzte" Material abgetragen bis der Aussendurchmesser wieder soweit fast wie original war. Vertiefungen hatte der Lagersitz aber trotzdem noch. War mir egal weil ich genau dasselbe gemacht habe - Gleitlager -Buchse in ein neues Freilaufritzel eingepresst und gut.
darauf das ganze wieder montiert. Und selbst noch ein Jahr gefahren bevor die Maschine verkauft wurde.... :rockout:

Lange Rede kurzer Sinn - mach das - bei mir hat es funktioniert. Was wichtig ist ich habe den offenen Motor nach innen abgedeckt bevor ich mit dem schleifen angefangen habe. Nach Demontage der Lima und des Freilaufritzel dann aus Karton. Zuvor mit Lappenausgestopft... Damit eben die Lager und der Innenraum nichts abbekommen vom Schleifstaub. Sonst ist der nächste Lagerschaden vorprogrammiert.....

Ausserdem benötigte ich daher nur die Dichtung zur Lima.. der restliche Motor konnte zusammenbleiben.
IMG_4187-aus.jpg
IMG_4182.JPG
vom Kurbelwellenstumpf hab ich leider kein Bild mehr...

noch ein Hinweis.. Mach den Kopfdeckel auf und schau die Nockenwellenlager an. Bei Ölmangel ist meisst der Kopf in Mitleidenschaft gezogen... Die Nockenwellenlager fressen dann... das ist dann final... kann dann so aussehen..
IMG_8832-kl.jpg
IMG_8826-kl.jpg
sonst ist das Maschinchen aber klasse - hab selbst noch eine.... aber eben nur mit Suzuki... Morini ist dann deutlich anfälligere China-Ware...

PS der Suzuki dreht nur 11000 Touren im Original.... bei 12 ist Ende des Drehzahlmesser erreicht...

mein "Arbeitsplatz-Racer..."
IMG_0206-aus.jpg
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auch andere 2 Zylinder können nett sein... .daumen-h1: und ebenso ein SIX-Pack... :dance1:

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Re: Kurbelwelle instandsetzen Sachs Einzylinder

Beitrag von UdoZ1R » Di 12. Sep 2017, 20:17

So, die kleine läuft wieder. Hat genau so geklappt wie geplant Buchse gedreht, in das Anlasserfreilaufrad eingepasst und vorher die Kurbelwelle wieder rund gedreht. Jetzt klappert nix mehr.

:prost:
Gruß Udo

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Re: Kurbelwelle instandsetzen Sachs Einzylinder

Beitrag von UdoZ1R » Mi 13. Sep 2017, 10:07

@Micha und Ralf,

vielen Dank!
Gruß Udo

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Re: Kurbelwelle instandsetzen Sachs Einzylinder

Beitrag von UdoZ1R » Di 26. Sep 2017, 18:28

Hier noch die Bilder dazu.
IMG_0015 klein.jpg
Kurbelwelle vor der Begradigung
IMG_0019klein.jpg
Die eingepasste Buchse,
IMG_0022klein.jpg
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Gruß Udo

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