Moto Guzzi» Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

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Pasche
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Moto Guzzi» Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von Pasche » 23. Mai 2014

Moin Caferacer-Gemeinde,

so ca. alle 10 Jahre hab ich das Verlangen, ein altes Moped nach meinen eigenen Vorstellungen auf- und umbauen.
Vor 22 Jahren eine BMW R75/5 als Caferacer, vor 11 Jahren eine Shovelhead Harley FLH und seit April 2013 eine Guzzi SP1000 als Cafescrambler.

Das Cafescrambler-Baustellenfahrzeug so jetzt so weit, dass ich es Euch mal vorstellen kann.

Der Begriff Baustellenfahrzeug ist dabei nicht im üblichen Sinn zu verstehen. Aber alles, was ich an meiner im April 2013 gekauften SP1000 angefaßt habe, erwies sich als Baustelle. Somit hat sie sich den Spitznamen redlich verdient. Das tut der Liebe zu meiner Bella Machina aber keinen Abbruch. :zunge:

Die ehrliche und preislich gute Ausgangsbasis für eine neue Guzz, die in die Richtung einer 10 Jahre zuvor bedauerlicherweise verkauften SP1000 gehen sollte, fand sich in Brühl. Mit frischen 2 Jahren TÜV, einem bekanntermaßen leichten Ölverlust zwischen Motor und Getriebe, welcher auf einen defekten Kurbelwellensimmerring schließen lies und diversen kleineren Macken brachte sie mich immerhin willig und auf eigenen Rädern in die Heimat im nördlichen Sauerland. Geplant war, das Gerät innerhalb der nächsten 2 Jahre zu fahren und gleichzeitig pö a pö so umzubauen, wie ich sie mir vorstellte und irgendwann auch den Simmerring zu erneuern bzw. den Ofen eben so tief zu zerlegen.

Zum guten Ton gehört es, natürlich erst mal alle Schmierstoffe zu wechseln und sich einen tieferen Überblick über die Technik bzw. deren Zustand zu verschaffen. Und damit nahm das Elend auch gleich seinen Anfang auf dem Weg zum Baustellenfahrzeug. Im Getriebeöl fanden sich Späne, die nicht zu ignorieren waren. Also nix mit "innerhalb von 2 Jahre", sondern sofort zerlegen. Das Getriebe ging in die Revision zu einem Spezialisten und stellte sich als Totalschaden raus. Es war wohl mal zerlegt und falsch zusammengebaut worden - ein Totalschaden das Ergebnis. So wurde es einer Generalüberholung unterzogen - jetzt sollte es für die nächsten 100000 km gut sein.

Glücklicherweise zeigte sich zumindest der Motor in einem guten Zustand, soweit man das beurteilen kann, ohne ihn komplett zu zerlegen.

Als nächstes durfte ich dann lernen, dass das "saugende" Spiel zwischen Kreuzgelenk und Stützlager nicht normal ist, sondern dass auch hier Ersatz erforderlich ist, wenn man Folgeschäden vermeiden will. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man natürlich auch gleich den vorderen Simmerring, die Steuerkette und den Kettenspanner erneuern.

Die Haltemutter des Zünschlosses aus Kunststoff war auch gebrochen. Hübschen Ersatz gab es im Fachhandel aus Alu. Leider paßte das Gewinde nicht perfekt. Bis ich es merkte, drehte sich das Schloss im Gehäuse aber schon mit. In der Folge ließ es sich nur noch sehr zweifelhaft schalten - also Ersatz bestellt. An das Ersatzschloss paßten dann die original Rundstecker nicht mehr - also Flachstecker and die Kabel gebaut.

Der Endantrieb sollte natürlich auch frisches Öl bekommen. Beim Ausdrehen der Kontrollschraube war das Gewinde des Gehäuses dermaßen verliebt in die Schraube, dass es gleich daran hängen blieb. Die Schraube war anscheinend eingeklebt. Ein Gewindeeinsatz schaffte zwar Abhilfe, der Querstift verabschiedete sich allerdings beim Abbrechen mit der Spitzzange auf direktem Weg ins Gehäuse und klebte auf der Innenseite - super. Nach rund 2 Stunden Spülen kam der Schnupsel aber dann doch heraus. Puh - wenigstens Zerlegen gespart.

An der Gabel war ein verchromter Trümmerkotflügel nebst damit verbundenem Stabi verbaut - das Geraffel sollte planmäßig einem hübschen CR-Kotflügel weichen. Ansich kein Problem. Beim Abbauen des Stabis kam mir aber auch gleich freudig der Simmerringe aus einem Standrohr entgegen. Also Gabelrohre ausgebaut und beim Spezialisten komplett überholen lassen, bei der Gelegenheit konnte er sie auch gleich polieren.

Nebenbei wurde natürlich die Lackierung des Rahmens ausgebessert. Und sie bekam neue Lafranconi-Auspufftöpfe, ein neues T-Stück, Agostini-Rasten, einen Ölwannenzwischenring mit außenliegendem Ölfilter, eine neue Sitzbank, einen LSL-Scrambler-Lenker (daher die Bezeichnung Cafescrambler), Ochsenaugen, Scheinwerferhalter der V7 Sport, einen schwarzen Scheinwerfer, ein Hella-Schwanenhalsrücklich einer alten Vespa GS150, hinten einen neuen Kabelstrang, einen neuen Regler, vorne einen GFK-Kotflügel mit selbst gefertigten Alu-Haltern, hinten einen GFK-Roadster-Kotflügel, dreieckige GFK-Seitendeckel, Edelstahlschrauben und tausende weiterer Kleinigkeiten.

Jetzt wurde es Zeit für ein neues Kleidchen. Meine Vorstellung ging in eine Kombination zwischen poliertem Alu, mattem schwarz und Lackteilen in teakbraun von Audi. Die Lackteile habe ich entsprechend vorbereitet. Der Tank hatte 3d-Guzzi-Schriftzüge, die mit Stiften in Bleche eingesteckt waren. Unter diesen Blechen in den Vertiefungen des Tanks in befand sich bereits bedrohlicher Rost, wie sich nach der Montage der Schriftzüge bzw. der Bleche herausstellte. Also gut, dass sie ab kamen.

Nun habe ich den Lacksatz vom Lackierer wieder und alles angebaut. Tatsächlich ist alles genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Das teakbraun paßt ausgezeichnet zu dem polierten Aluminium und zu dem mattschwarz, was sich immer wieder an der Guzzi findet. VoOn der Linie her ist sie insgesamt schön flach gehalten und zierlich schmal - mal von den abstehenden Zylindern abgesehen. zumindest zum Heck ist nichts breiter als die Sitzbank. Stummellenker hätten mir sicherlich auch gefallen, aber der schwarze Scrambler-Lenker ist einfach bequemer und handlicher und paßt meiner Meinung nach auch gut ins Gesamtbild. So ist es eben kein Caferacer, sondern ein Cafescrambler. ;o)
Ist natürlich mein Geschmack. Ich finde es super, ein Bild im Kopf zu haben, und dieses Bild dann hinterher genaus so umgesetzt zu finden.

Das Baustellenfahrzeug ist noch längst nicht fertig, aber mir gefällt sie schon. :cheese

Weitere geplante Steps sind:
- ein Lederriemen von der Tankklappe aus bis unter die Sitzbank - wie bei den historischen Racern.
- eine weitere Sitzbank als reiner Einsitz-Höcker, die mehr von dem hinteren Kotflügel zeigt
- Stahlflex-Bremsleitungen
- mattschwarze Beschichtung der Felgen mit polierten Rändern (Speichenräder sind einfach unverschämt teuer geworden)
- ...

Aber das hat mindestens weitere 12 Monate Zeit. :-)




Cafescrambler-Gruß aus dem Sauerland


Pasche
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Re: Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von V2Fan » 23. Mai 2014

Moin,

schcokt das nächste Aggregat aus Mandello .daumen-h1:

Was deine Töpfe anbelangt. Wenn sie noch neu genug sind (also relativ unbenutzt) kann man hinten das Röhrchen noch ausbrechen.
Dann poltert es noch ein wenig dumpfer und kerniger.
Dein Lenker erinnert irgendwie an einen hohen der T3Cali nur eben etwas flacher. PAsst aber ins Bild und ist gewiss sau bequem. ^^
Und jetzt noch Speichenräder :)

Schockt. Schön geworden. Nicht meins aber schön geworden :mrgreen:

MfG
V2Fan
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Re: Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von Pasche » 23. Mai 2014

Hi V2Fan,

die Töpfe waren letztes Jahr brandneu von HMB und die Einsätze sind von vornherein raus geflogen. :grinsen1:

Ich hatte bis vor 10 Jahren schon mal eine SP, an der die gleichen Pötte verbaut waren. Dass ich den Klang von den Lafranconis und den Dellortos nicht aus dem Kopf kriegte, war der Grund für den Kauf dieser neuen Guzzi.

Ja, Alu-Speichenräder wären schon schön. Aber inzwischen dermaßen teuer, dass ich wohl eher die vorhandenen Felgen matt schwarz lackieren oder pulverbeschichten und die Ränder polieren lasse. Aber schau ma mal - es geht ja noch weiter. :wink:

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Re: Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von Brownie » 23. Mai 2014

Hi Pasche,
find ich gar nich so schlecht die Farbcombo Nur die Sitzbank.......ich find die verdeckt zu viel vom Tank.
Und auf die beschichteten Felgen mit poliertem Rand bin ich ja mal gespannt, brauche noch etwas Input für meinen Umbau... :mrgreen:
Ansonsten saubere Arbeit, tip top.

Gruß Andi
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Re: Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von Pasche » 23. Mai 2014

Hi Andi,

vielen Dank für Dein positives Feedback. :o)
Dass die Gaman Biposto das Tankende etwas überdeckt, gefällt mir gerade gut. Denn das Tank-Ende finde ich etwas unharmonisch eckig zu den übrigen runden Formen. Die geplante Einmann-Sitzbank entsteht auf der gleichen Basis - wird quasi eine hinten gekürzte Gaman Biposto.
Auf die übrarbeiteten Felgen wirst Du noch etwas warten müssen. Das steht erst an, wenn die noch fast neuen Reifen runter genudelt sind.

Greets aus dem Sauerland ;o)

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Re: Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von desmo749 » 24. Mai 2014

Farbe gefällt mir sehr gut ( welche ist das ? )

Sitzbank ist ein bisschen verschroben, Guzzi halt !
Das passt

m

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Re: Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von Pasche » 24. Mai 2014

Moin Desmo749,

die Sitzbank scheint zu polarisieren :o) Mir gefällt sie ;o)

Die Farbe ist das aktuelle Braunmetallik von Audi, heißt teakbraun. Sieht man recht häufig an den Q3, Q5 und A4.
Ist nur leider nicht ganz billig, die Mischung.
Ich habe lange überlegt, ob das die richtige Farbe für mich ist, da es ja derzeit eine typische Modefarbe ist.
Aber eine Modefarbe ist es nur bei Autos, an Motorrädern sieht man sie nicht. Bislang gefällt sie mir ausgesprochen gut. :o)

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Re: Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von artur » 26. Mai 2014

Respekt vor dem großen Aufwand!
Aber die Sitzbank ist die häßlichste Zubehörbank die es gibt, finde ich. Und ich habe mir auch einige durchgeschaut, bevor ich mich für Einsitzer entschieden habe. Sieht irgendwie aus, als wär einer mit nem LandRover über nen Krokodilschwanzdrübergefahren)... von dem Arsch einer Gottesanbeterin hat es auch etwas :grin:
Auf die Änderungen die Du vor hast bin aber gespannt. Freut mich dass die Sitzbank eine "Zwischenlösung" ist :grinsen1:

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Re: Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von Pasche » 26. Mai 2014

Huahaha, ich schmeiß mich weg! :clap: Was ist das denn fürn Vergleich?!?!?! Da muß man erst mal drauf kommen! :respekt: :lachen1:

Im Ernst, ich finde die Sitzbank gut. So unterschiedlich sind die Geschmäcker!
Die Einmann-Sitzbank wird auch ähnlich werden, aber eben kürzer und hinten flacher.
Als Basis dafür habe ich schon eine 2. Gaman Biposto

Soll so werden wie auf dem Entwurf.

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Re: Mein Cafescrambler Baustellenfahrzeug

Beitrag von Pasche » 26. Jan 2015

Hallo Caferacer-Gemeinde,

tataaaaaaaaaahhhh,
damit der Winter nicht so langweilig wird, ist bei meinem Cafescrambler der nächste Schritt vollbracht:
Für die einen ist es ne Mopedsitzbank - für mich der schönste Sitzplatz der Welt. :grin:

Hat zwar lange gedauert, aber was lange währt ....
Der Lederriemen über den Tank nebst Halterung am Verschluss ist jetzt auch fertig. Er wird quasi stilistisch über den vorderen Teil der Sitzbank und über den Höcker fortgesetzt. Die Sitzbank ist natürloch mit Echtleder bezogen. Ist alles genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. :grin:

Als nächste Schritte stehen jetzt noch Stahlflex-Bremsleitungen und Pulverbeschichtung für die Felgen an. Aber das hat auch wieder Zeit......

Greets aus dem Sauerland

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