Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

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recycler
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Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von recycler » 3. Dez 2018

Hallo,

hab gerade die Anti-Dive-Gabel meiner GSX750e (Bj. 86) zerlegt, da die Gabeldichtringe sifften um diese zu erneuern.

Das Zerlegen hat wie bei jeder anderen Gabel die ich bisher gemacht habe funktioniert, sprich oben Aufschrauben, Feder raus, unten die Schraube öffnen und dann mit mehreren Rucken das Tauchrohr ziehen (Sprengring des Dichtungsring vorher entfernt und diesen anschließend herausgenommen).

Hab alles gereinigt und dann den neuen Dichtring verbaut. Konnte aber das Tauchrohr nicht einschieben, da im Standrohr innen ein Führungsring sitzt (siehe Foto), dessen Durchmesser innen kleiner ist wie der Aussendurchmesser des Führungsrings innen unten am Tauchrohr (siehe 2. Foto).

Der obere Führungsring kam zusammen mit dem Tauchrohr raus. Hab den nach den säubern wieder eingeklopft, kann diesen nun aber nicht mehr entfernen. Selbst wenn es mir gelänge (freue mich auf Tipps), wie soll ich das Scheißding wieder einbauen, wenn das Tauchrohr eingesteckt wurde? Ist ja noch schwieriger wie die darauf folgende Aktion sprich den Dichtring bei eingebautem Tauchrohr zu montieren.

Hab schon ein paar Gabeln zerlegt, aber so eine bescheuerte Konstruktion hab ich noch nie gesehen?

Freue mich auf kontruktive Tipps (... und Moped verschrotten ist für den recycler keine Alternative).

Vielen Dank

recycler
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sven
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Re: Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von sven » 3. Dez 2018

Oh Mann! Hirn einschalten beim Schrauben! :banghead:

Wenn die untere Buchse beim Zerlegen die obere mitnimmt,
dann ist doch klar daß sie nicht durchpasst, oder?

Zusammenbauen tut man das ganze indem man die obere
Buchse auf's Standrohr steckt, darüber ein passendes Rohr-
stück und dann z.B. die Gabelbrücke. Dann kann man alles
zusammen vorsichtig einsetzen.

Das ist übrigens die seit gut 40 Jahren gängige Konstruktion,
viel anderes bleibt wohl auch nicht über wenn man im Tauch-
rohr ein Gleitlager haben möchte.

Dir könnte jetzt ein Innenauszieher für Wälzlager helfen, die
haben vorn recht scharfe Kanten, mit ein bißchen Glück kommst
du damit hinter den (sehr geringen) Überstand der Buchse.

Gruß
Sven
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BerndM
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Re: Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von BerndM » 3. Dez 2018

Hallo Michael,
Das mit dem entfernen hat Sven Dir ja nun schon erläutert. Oder versuchen mit einer Ahle vom Taschenmesser versuchen den
unteren Rand der Führungsbuchse zu erwischen. Wenn die Buchse nicht fest sitzt könnte das auch schrittweise am Umfang umzu
ziehen funktionieren. Wobei der Auszieher wohl die bessere Alternative ist. Diese Führungsbuchse schiebst Du bei der Montage über
das Standrohr nachdem das Standrohr im Tauchrohr sitzt. Und danach selbe Prozedur mit dem Wellendichtring.
Ist übrigens ein normaler Aufbau der Telerohre einer Gabel.

Gruß
Bernd

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Re: Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von Bambi » 3. Dez 2018

Hallo recycler,
herzlichen Glückwunsch, Du hast den gleichen doofen Fehler wie ich gemacht! Die Buchse ließ sich, solange das Standrohr nicht im Weg ist, doch sooo schön einklopfen. Danach kam mit ein bißchen Nachdenken die von Sven bereits erklärte Erleuchtung.
Meine Buchsen (ich hatte natürlich gleich beide Seiten 'gemacht') hat ein Freund wieder demontiert und beim Zusammenbau in der richtigen Reihenfolge durch Neue ersetzt. Die Demontage meines Fehlers klappte erst, als er mit einer Trennscheibe am Dremel mal kurz drüber 'geflitscht' ist. So war die Spannung weg und die Buchsen ließen sich ziehen. Ich hoffe, Deine sitzen auch noch in Reichweite des Dremels und daß der Innendurchmesser groß genug für die Aktion ist. Für's Einklopfen hat er sich ein in geringem Umfang verstellbares Werkzeug gebaut mit dem er auch die Wellendichtringe einsetzen kann.
Schöne Grüße, Bambi
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recycler
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Re: Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von recycler » 3. Dez 2018

@Sven. Hatte bisher bei diversen Gabeln noch nie das Problem bei immer gleicher Vorgehensweise daher ist auch der Fehler passiert.

Danke für die Tipps. Hat noch jemand weitere Tipps zur Demontage?

Ciao recycler
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Re: Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von obelix » 3. Dez 2018

Ich würde da nu keine grossen Aktionen starten...

Nen Flachstahl reinhalten und nen Schweisspunkt links, einen rechts, rausziehen, fertig.
Das Rohr vorher mit Wasser oder Sand füllen, damit kein Schweissspritzer an die Wandungen kommt.

Die Schalen gibts für kleines Geld im Netz, bevor man da jetzt Stunden mit Demontageversuchen in den Sand setzt und nachher doch neue kaufen muss - lieber gleich ein Ende mit Schrecken:-) Bei der nächsten Gabel passiert Dir das ganz sicher nimmer:-))))

Gruss

Obelix
Neulich stieg ne hübsche, junge Frau mit grossen Brüsten zu mir in den Aufzug. Sie lächelte mich an und fragte, ob ich Ihr die zwei drücken könne. War wohl ein Missverständnis...

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Re: Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von sven » 3. Dez 2018

recycler hat geschrieben:
3. Dez 2018
Hatte bisher bei diversen Gabeln noch nie das Problem bei immer gleicher Vorgehensweise daher ist auch der Fehler passiert.
Ja, nee, is klar - die Gabel ist schuld!
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Re: Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von sven1 » 3. Dez 2018

Man beachte meine Signatur :mrgreen:

Suzuki hat das gleiche System, ist bei der Demontage echt hilfreich. :wink:
Man muß auch mal den Fehler bei anderen suchen.
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Re: Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von Stefano » 3. Dez 2018

Hi,

ja, die Gabel ist schuld :-)! Falls der Recycler vorher nur italienische Marzocchi oder Paioli Gabeln gemacht hat stimmt es. Bei
diesen Gabeln gibt es nämlich KEINE Teflonbuchse im Tauchrohr.
Ansonsten ist es tatsächlich so das diese Buchsen seit mehr als 40 Jahren verbaut werden.

Ciao
Stef

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Re: Gabelzusammenbau - bitte Hilfe!

Beitrag von f104wart » 3. Dez 2018

obelix hat geschrieben:
3. Dez 2018
Nen Flachstahl reinhalten und nen Schweisspunkt links, einen rechts, rausziehen, fertig.
Ja nee, is klar. Der Mann für´s Grobe. :roll:




Wo ist denn hier das Problem?

...Es gibt einen Rand, denn sonst könnte ja die obere Buchse nicht mit der unteren mitgenommen werden. Und es gibt Federklappdübel in verschiedenen Größen und Ausführungen. Beispielsweise auch solche mit Ösenhaken, in die man wunderbar einen Zughammer einhängen kann.

Das einzige, was man beachten sollte ist, dass man die Federarme am Ende mit der Feile so bearbeitet, dass sie schön sauber von unten an die Buchse greifen.
Gruß Ralf


...Leistung hilft nur denen, die keine Kurven fahren können, ihr Handycap auf der Geraden wieder auszugleichen. :D


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