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Polieren

Lackierung, Oberflächenveredelung, optische Details
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Ratz
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Re: Polieren

Beitrag von Ratz » 22. Sep 2019

Klar, wer schön sein will muß leiden. Das ist ein altes Sprichwort!
Ich verbrenne mir da regelmäßig die Pfoten aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran.

Vor ca. dreißig Jahren bin ich einer Oma begegnet, Bergbäuerin. Die hat in ihrer Stube den Ofen aufgemacht und vor meinen Augen ein komplett rotglühendes Holzscheid mit bloßer Hand aus dem Feuer genommen, umgedreht und zurück ins Feuer gelegt. Das prägt, arbeite aber immer noch daran.

Man kann aber auch Hilfsmittel verwenden, ist Handschonender. Und wenn man die Sterndel Steindels nimmt hat man das Werkstück gar nicht in der Hand.
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Kinghariii
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Re: Polieren

Beitrag von Kinghariii » 22. Sep 2019

Ich wollte da jetzt keine erneute Grundsatzdiskussion eröffnen, sondern einfach mein Ergebnis präsentieren mit dem ich persönlich zufrieden bin. Ich weiß, dass man nach dem abschleifen warten sollte bis sich eine Oxidschicht gebildet hat. Auch dass die Außentemperaturen über 23° betragen sollten. Auf ersteres hatte ich keine Lust, da zweiteres ohnehin nicht der Fall war. Deshalb habe ich für mich die Entscheidung getroffen nocheinmal mit Ecromal per Hand nachzupolieren. Benutze ich bei meinen Deckeln ebenfalls und bin höchst zufrieden. Ich habe mir also schon meinen Teil bei der Vorgehensweise gedacht. In diesem Sinne, schönen Sonntag.

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grumbern
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Re: Polieren

Beitrag von grumbern » 22. Sep 2019

Man sollte dabei beachten, dass nicht das Werkstück diese Temperaturen bekommt, sondern die oberste, dünne Schicht an der Oberfläche! Die Reibung erzeugt da enorm viel Hitze, die aber direkt in das restliche Material abgeleitet wird. Dass man einen Getriebedeckel z.B. nur durchs Polieren so aufheizt, dass man ihn ohne Handschuhe nicht mehr schmerzfrei über längere Zeit anfassen kann (>50°C), ist absolut keine Seltenheit, sondern die Norm! Kleinteile sind da noch deutlich bösartiger und überschreiten sehr schnell die 80°C.

Die meisten Kunststoffe z.B. braucht schon eine dreistellige Temperatur um zu schmelzen, mit der Polierscheibe geht das locker - auch wenn nciht das ganze Teil dabei schmilzt ;)

Also ja, ich kann mir durchaus vorstellen, dass da irgendwo im µm-Bereich (und dort arbeitet eine Politur eben) Temperaturen gut im dreistelligen Bereich auftreten. Die Polierscheibe wird zwar durch die hohe Umfangsgeschwindigkeit und damit viel Fruschluft gekühlt, aber es kam schon vor, dass solche Scheiben trotzdem das Brennen angefangen haben! Ich gehe bei einer Baumwollscheibe mal von einer Vergasungstemperatur (nur das Gas kann brennen) ähnlich der von Holz aus und die liegt irgendwo im Bereich 250°C.
Gruß,
Andreas

P.S.: Think small ;)

mrairbrush
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Re: Polieren

Beitrag von mrairbrush » 22. Sep 2019

Bei mir ist es genau umgekehrt. Da muss die Temperatur unten gehalten werden. Bei Kunststoffen bin ich da sehr vorsichtig. Lack wird von hohen Temperaturen weich, ein Deckharz ebenfalls und wenn ich dann noch Zelluloid als Untergrund habe ist es brandgefährlich. 80C sind da schon zuviel. Da fängt es schnell mal an zu qualmen. Da hat die Politur auch den Sinn der Kühlung. Metall brennt ja zum Glück nicht so einfach.

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grumbern
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Re: Polieren

Beitrag von grumbern » 22. Sep 2019

Eben. Das ist etwas komplett anderes. Lack, Kunststoffe, Holz - die wollen keine Hitze und da poliert man auch eher mit niedriger Geschwindigkeit und wenig Druck. Alu braucht, Druck und Hitze, sonst wird's nix!
Gruß,
Andreas

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Re: Polieren

Beitrag von Kinghariii » 22. Okt 2019

Servus Jungs,

ich hätte da Mal eine kurze Frage an euch. Ich hab mir eine gebrauchte Gabelbrücke einer CB 500 Four gekauft in dem Glauben, dass diese schlecht lackiert gewesen sei (schlecht belichtetes Foto).
Als der Postbote es dann gestern überbracht hat stellte ich verwundert fest, dass die Brücke nicht lackiert, sondern offenbar verchromt wurde und diese Schicht stellenweise bereits ein wenig abgeplatzt ist. Hab mich also erst mal daran gemacht mit einer Messingbürste und einer Bohrmaschine das alte Chrom wieder ein wenig aufzuhübschen.
Bild
Bild

So sieht das ganze nun vorerst aus. Wie ihr seht ist vor allem der mittlere Bereich von Chromschäden betroffen. Würdet ihr da noch irgendetwas machen, oder einfach als Patina so lassen? Der Plan war ja eigentlich die alte Lackschicht per Sandstrahlen zu entfernen und alles per Hand aufzupolieren. Chrom lässt sich meines Wissens aber kaum mechanisch entfernen, oder?

Gruß, Harald

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Re: Polieren

Beitrag von obelix » 22. Okt 2019

Kinghariii hat geschrieben:
22. Okt 2019
... per Sandstrahlen zu entfernen und alles per Hand aufzupolieren. Chrom lässt sich meines Wissens aber kaum mechanisch entfernen, oder?
Auhauerha... Dir ist schon klar, dass ne gesandelte Oberfläche den mindestens 5fachen Aufwand beim polieren erfordert? Chemisch entfernen wäre da das Mittel der Wahl, kost ein paar Taler, zahlt sich aber nachher aus.

Chrom mechanisch entfernen geht, ich wills aber ned machen:-) Du bekommst das nie so wech, das nicht ne Kraterlandschaft über bleibt. Und in Ecken und Vertiefungen kommst ned hin ausser mit nem Frässtift. Da wäre ein Galvanikbetrieb gefordert, der es entchromt. Das wird aber ziemlich sicher einige Absagen erzeugen, weil keiner weiss, ob das Material das mitmacht. Da guggt schon mein Ablauger schräg, wenn man mit Alugussteilen daherkommt. Dem sind wohl schon einge Teile in der Brühe schlicht verschwunden:-)

Gruss

Obelix
Neulich stieg ne hübsche, junge Frau mit grossen Brüsten zu mir in den Aufzug. Sie lächelte mich an und fragte, ob ich Ihr die zwei drücken könne. War wohl ein Missverständnis...

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Re: Polieren

Beitrag von grumbern » 22. Okt 2019

Ja, so was ist kacke...

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Kinghariii
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Re: Polieren

Beitrag von Kinghariii » 22. Okt 2019

Schade, aber danke für die Antworten :) Dann lass ich es einfach so und leb mit der Patina.

Gruß

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Re: Polieren

Beitrag von samsdad » 22. Okt 2019

Hallo Gemeinde

Es gibt jetzt die neuen Steindl Schleifpilze in 70mm Durchmesser.
Mit denen komm ich besser in die kleinen Ecken (z.B.: Vergaser) als mit den 100mm.
Konnte mich beim Chef persönlich auf der Veterama überzeugen.
Sagenhaft !

Kosten etc. am besten bei ihm selbst nachfragen.
Gibts in verschiedenen Körnungen.
Ich hab 400 und 800.

VG aus Südhessen
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