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Pulverbeschichtung polieren?

Lackierung, Oberflächenveredelung, optische Details
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Michael90
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Re: Pulverbeschichtung polieren?

Beitrag von Michael90 »

Ich hab mal eine schwarz matt gepulverte Schwinge stellenweise mit mattschwarzer Farbe nachlackiert, da sah man wirklich gar keinen Unterschied, kein Übergang, nichts...
Aber ich würde mal beim Pulverbeschichter deines geringsten Mißtrauens nachfragen, evt. hat der da die meiste Erfahrung und ggf. eine gute Politur dafür, wenn es das denn gibt...

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obelix
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Re: Pulverbeschichtung polieren?

Beitrag von obelix »

Handelsübliche Pulverbeschichtungen lassen sich immer mit Nasslack ausbessern, ist überhaupt kein Thema.
Hab ich auch schon öfter gemacht. Wenn der Lackton passt, sieht man das - je nach schaden - kaum noch bzw. überhaupt nicht.
Nötigenfalls ein paar Mal drübertupfen, bis die korrekte Schichtdicke erreicht ist.

Gruss

Obelix
Neulich stieg ne hübsche, junge Frau mit grossen Brüsten zu mir in den Aufzug. Sie lächelte mich an und fragte, ob ich Ihr die zwei drücken könne. War wohl ein Missverständnis...

mrairbrush
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Re: Pulverbeschichtung polieren?

Beitrag von mrairbrush »

Es gibt auch flüssige Pulverlacke. Ob die schon am Markt sind kann ich nicht sagen. Entwickelt vom Fraunhofer Institut Stuttgart.
Da es sich im Prinzip um eine Kunststoffschicht handelt würde ich ein Polieren mit Kunststoffpolituren empfehlen. Darauf achten das es nicht zu heiß wird. Ausbessern kann man mit PUR 2 K Lacken die man mit Pulver pigmentieren kann. Extra teure Sets braucht man nicht wirklich da es auch nur handelsübliche Lacke sind. Kratzer die nicht bis zum Metall gehen sollte man gut füllen und auspolieren können. Bei Seidenmatt oder matt dürfte ein unsichtbarer Erfolg höchstens an Kanten oder Rundungen erfolgreich sein, also um Ecken. Sie Schwierigkeit dabei ist das sich der Glanzgrad je nach Verdünnung ändert aber man den Übergang so dünn wie möglich halten muss da man nicht polieren kann. Da muss man mit Luftdruck, Abstand und Temperatur spielen. Ein späteres Abreissen des Übergangs ist immer möglich.

Übergänge anschleifen geht schlecht da man nicht polieren kann. Darum sollte man die vorher dünn mit einem 2K Lacklöser 2K beschichten. Leicht vornebeln, Übergang spritzen und Ränder nochmal mit dem Löser ausnebeln. Ist sehr dünn, also vorsichtig einsetzen. Gibt es von Mipa. Unbedingt passenden Atemschutz benutzen. Das Zeug ist sehr scharf und sehr schädlich.
PUR Lacke erreichen ihre Endhärte meist erst ab 7 Tage. Mit Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit kann man das etwas beschleunigen. Auch brauchen sie min. 21-22C damit die Reaktion angestoßen wird.

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obelix
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Re: Pulverbeschichtung polieren?

Beitrag von obelix »

Hmmm...
Du gehst immer von professionellen Methoden aus:-)
Zu über 90% sind die User hier (auch ich) Garagenschrauber, die nicht über professionelles Equipement verfügen. Ich hab ned mal Druckluft. Kleine Stellen bessere ich also mit Dosenlack und Pinsel aus. Wenn man nicht über ein Showbike verfügt, das per Trailer hin- und hergekarrt wird, reicht sowas vollständig aus. Wenn jemand tatsächlich ne schafhafte Stelle an seinem "Boik" hat, wird er es i.d.R. nur soweit instandsetzen, dass es nimmer auf 10Meter auffält und keinen Rost ansetzen kann. Für ein Strassenbike ist das völlig in Ordnung, manche nennen das Patina:-)

Deine Materiallisten sind meist durchdacht und vmtl. auch erprobt. Aber wer kauft wegen nem kleinen Steinschlag oder Kratzer Material für zig Euro und verbringt mit dem Ausbessern dann die halbe Woche? Ich geh an mein Regal, hol ne Dose Mattscharz, Seidenmatt oder Glanzschwarz, sprüh mir was in nen alten Yoghurtbecher und schnapp mir nen Pinsel ausm Baumarkt-Malset für 1,99. Yoghurtbecher und Pinsel wandern danach in den Müll, die Dose wieder ins Regal und der Spühkopf in ein Gurkenglas mit Verdünnung zur weiteren Verwendung. Kleine Farbabweichungen fallen spätestens nach der zweiten Fahrt nimmer auf, weil sich Strassenstaub als Filterelement drüberlegt.

Gruss

Obelix
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mrairbrush
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Re: Pulverbeschichtung polieren?

Beitrag von mrairbrush »

Es geht auch ohne professionelles Equipment. Gut, ein Kompressor macht schon Sinn aber die Dinger kosten ja nix mehr und man kann auch mal seinen Reifen aufpumpen. Kleine Lackmengen bekommt bestimmt jeder bei sich ums Eck wenn man sich etwas umsieht. Man muss nur wissen was man benötigt. Ich brauche z.B. ab und zu mal einen ordentlichen Kleber für Kunstleder o.ä. Was es zu kaufen gibt ist in der Regel teurer Schrott. Industriekleber gibt es meist nur in großen Kanistern. Also hole ich den beim Orthopädieschuhmacher mit dem Einmachglas vor Ort. Meist will er nicht mal was dafür. Ich gebe dann immer 5€ für die Kaffeekasse.
Wenn für ne Sprühdose für dünne Suppe teilweise 16€ bezahlst kannst auch 100ml unverdünnten Lack für 10€ kaufen. Damit geht austupfen auf jeden Fall besser. Verdünnen kann man immer noch. Liter Verdünnung kosten auch nur um 5€.

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obelix
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Re: Pulverbeschichtung polieren?

Beitrag von obelix »

mrairbrush hat geschrieben: 19. Okt 2019Wenn für ne Sprühdose für dünne Suppe teilweise 16€ bezahlst
*hust*Würde ich nie ausgeben:-) Ich bin Schwabe, ein echter. Und deshalb fahr ich so ~einmal im Jahr rund 160KM und decke mich mit nem Kofferraum voll Dosen ein:-) Das reicht dann dicke, nicht nur für mich. Und da kostet die Dose nicht mal 3 Taler. Nennt sich Werksverkauf:-)

Gruss

Obelix
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