Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

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Mopedjupp
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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von Mopedjupp » 10. Feb 2019

Statt einer Stahlbus Vakuum-Entlüftungshilfe oder sonstige,hier eine fast kostenlose Alternative.
Eine Blasenspritze und ein Stück durchsichtigen Schlauch.
Wenn man zB.eine Krankenschwester kennt kostet es nichts.
image.png
Gruß
Reinhold
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Alrik
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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von Alrik » 10. Feb 2019

So mach ich das auch, funktioniert tadellos. Man muss nur den Ausgleichsbehälter im Auge behalten, aber das kriegt man ja gerade noch hin.
Lächle! Du kannst sie nicht alle töten.

Kinghariii
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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von Kinghariii » 9. Mär 2019

Servus,

ich würde gerne bei meiner Thruxton nen anderen Lenker verbauen und müsste dazu die Bremsleitung tauschen, weil die derzeitige einfach zu kurz ist. Bremsleitung ist besorgt und der Termin fürs jährliche Service eigentlich schon vereinbart, wo ich diese auch gleich tauschen lassen könnte. Bis dahin sinds aber noch 2 Wochen und mich juckts schon ordentlich in den Finger den neuen Lenker zu montieren. Da ich allerdings noch nie ne Bremse entlüftet habe, frage ich mich ob ichs wirklich probieren sollte, oder doch lieber den Fachmännern überlassen sollte. Auf Youtube fand ich unter zig Videos vor allem dieses ausgesprochen interessant, weil a)gut erklärt und b)eigentlich die Vorgehensweise vom Holger bestätigt.





Scheint kein Hexenwerk zu sein, aber was sagt ihr? Finger weg als Neuling und Hobbyschrauber oder einfach mal probieren? Das Problem das ich hab ist halt, dass ich ziemlich aufgeschmissen bin wenn ich keinen Druckpunkt aufbauen, da ich damit ja dann auch schwer zum Händler fahren kann ;)
Bin halt der auch der Typ der das irgendwie auch selber machen können will. Wenn ihr versteht :grin:

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obelix
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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von obelix » 9. Mär 2019

Kinghariii hat geschrieben:
9. Mär 2019
wenn ich keinen Druckpunkt aufbauen, da ich damit ja dann auch schwer zum Händler fahren kann ;)
Natürlich kannst - hast doch 2 unabhängige Bremssystem, vorn und hinten. Fängst hinten an... Wenn das ned klappt hats immer noch vorn ne Bremse um zum Händler zu fahren:-)))

Ne, ernsthaft, das dürfte so ziemlich die einfachste Herausforderung sein. Das hat weder was von Raketentechnik noch von Magie. einfache, logische Hydrauik. Organisier Dir zuvor alle Werkzeuge und genug Suppe. Und dann gehst in aller Ruhe dran - nicht in der Hektik, nicht mit Gewalt und nicht mit Nervosität. Vergiss ned, Bremsenreiniger und Lappen bereit zu legen. Geh ruhig vorher erst mal alles im Kopf durch, gern am Moped, mit nem Kaffee. Da verliert sowas ganz schnell den Schrecken:-)

Du hast doch schon ganz andere Aufgaben gemeistert - da werden Dich doch ein paar Schlauchleitungen und Hebel ned aus der Kurve tragen. Vielleicht gibts ja nen Kollegen in der Nähe, der vorbei kommt und Dir über die Schulter guggt und Dir in den Hintern treten kann, wenn Du was falsch machst... Ich würd ja - aber issn büschen weit weg:-)

Gruss

Obelix
Neulich stieg ne hübsche, junge Frau mit grossen Brüsten zu mir in den Aufzug. Sie lächelte mich an und fragte, ob ich Ihr die zwei drücken könne. War wohl ein Missverständnis...

Kinghariii
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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von Kinghariii » 9. Mär 2019

Hallo Obelix,
diese Worte aus dem Munde meiner absoluten Lieblingszeichenfigur können einen eigentlich nur bekräftigen :grin: Stimmt schon, geschafft habe ich schon ganz anders. Durfte dabei aber auch leider meistens ein wenig Lehrgeld zahlen :lachen1:
Werkzeug wäre eigentlich schnell besorgt. Man benötigt ja eigentlich nur genügend Suppe (wie viel da am besten besorgen?), 6mm Schlauch durchsichtig aus dem Baumarkt, und einen Behälter für die Bremsflüssigkeit, ausreichend Tücher und Bremsenreiniger, oder? Sollte ich für die neue Bremsleitung neue Dichtringe besorgen, oder kann ich die alten weiterhin benutzen? Blöde Frage vielleicht, aber ich hab mich im Laufe der Recherche darüber gerätselt warum man die Aluringe tauschen sollte.
Zum Vorgang selbst:
Im Video wird der Behälter nie ganz geleert. Dies lässt sich beim Austausch der Bremsleitung allerdings ja nicht wirklich vermeiden? Sprich, ich muss zerst die gesamte Flüssigkeit entleeren, dann die alte Leitung raus, neue Leitung dran, befüllen und erst dann kann ich eigentlich wie im Video verfahren, oder?

Beste Grüße, Harald

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sven
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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von sven » 9. Mär 2019

Harald, du kannst Folgendes machen:
zuerst mal die Sättel abschrauben und dann die Bremse ein paar Mal betätigen um die Kolben etwas weiter
aus dem Sattel rauszupumpen. Wenn du dann die neuen Bremsleitungen (die Luft enthalten) montiert
hast kannst du die Kolben wieder zurückdrücken (vorsichtig mit einem Schraubendreher o.Ä. zwischen
den Belägen). Dabei drücken die Kolben wieder Bremsflüssigkeit zurück in die Leitung, und weil
die innen ziemlich dünn ist reicht das auch um sie komplett zu befüllen und noch etwas Suppe in
den Behälter zu fördern. Wenn du das richtig machst ist die Luft komplett raus aus dem System und
du kannst erstmal fahren.

Klar soweit?
Power in the darkness!

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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von Kinghariii » 9. Mär 2019

Nicht ganz Sven. Sattel abschrauben - klar. Bremse betätigen um die Kolben aus dem Sattel rauszupumpen - klar. Neue Leitung montieren - Unklar. Muss ich den Behälter nicht leeren bevor ich die alte Bremsleitung entferne? Rinnt mir da die Suppe dann nicht aus dem Behälter raus?

Gruß, Harald

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sven
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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von sven » 9. Mär 2019

Ja, aber das kannst du alles machen weil genug Bremsflüssigkeit
unten in den Sätteln ist um die Leitungen wieder komplett voll
zu kriegen. Danach füllst du oben den Behälter wieder passend
auf.

Viel Erfolg!
Sven
Power in the darkness!

meine XT

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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von Kinghariii » 9. Mär 2019

Ok, nur um gänzlich sicher zu gehen.
1) Bremssattel abschrauben.
2) Bremse ein paar mal drücken um genug Bremsflüssigkeit in den Sattel zu bekommen. Wie oft ca.? 3x 5x? 10x?
3) Bremsflüssigkeit ablassen, neue Bremsleitung mit neuen Dichtringen montieren
4) Nun die Kolben wieder in ursprüngliche Position drücken. Dabei sollte dann durch die neue Bremsleitung die alte Bremsflüssigkeit wieder in den Behälter gedrückt werden und die Luft entweicht nach oben.
5) Bremsflüssigkeitsbehälter wieder passend auffüllen. Auf das Niveau vor dem Abfüllen nehm ich mal an.
6) Fertig.

Und das funktioniert so garantiert? Die Bremse muss dann nicht mehr entlüftet werden? Falls es nicht funktionieren sollte, kann ich dann eigentlich immer noch die restliche Flüssigkeit ablassen und den Vorgang ala Holger durchführen, oder?

Sry, für all die Fragen. Aber da ichs zum ersten Mal mache, will ich auf absolut alles vorbereitet sein und nichts dem Zufall überlassen. Diesmal sollten ja doch lieber keine Fehler passieren :)

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sven
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Re: Welchen Bremsenentlüfter kaufen?

Beitrag von sven » 10. Mär 2019

Kinghariii hat geschrieben:
9. Mär 2019
Ok, nur um gänzlich sicher zu gehen.
1) Bremssattel abschrauben.
2) Bremse ein paar mal drücken um genug Bremsflüssigkeit in den Sattel zu bekommen. Wie oft ca.? 3x 5x? 10x?
Exakt! Wie oft genau, keine Ahnung, so oft daß die Bremsbeläge noch nicht komplett
aufeinander liegen, schließlich willst du nachher noch mit der Schraubendreherklinge
da rein kommen...
3) Bremsflüssigkeit ablassen, neue Bremsleitung mit neuen Dichtringen montieren.
4) Nun die Kolben wieder in ursprüngliche Position drücken. Dabei sollte dann durch die neue Bremsleitung die alte Bremsflüssigkeit wieder in den Behälter gedrückt werden und die Luft entweicht nach oben.
Richtig. Du montierst die Hohlschrauben am Sattel (oder den Sätteln) und
am Hauptbremszylinder ab, wischst mit dem bereitgelegten Lappen die paar
Tropfen weg die dabei raustriefen und schraubst zumindest unten an den
Sätteln schonmal die neuen Leitungen an. Dann kannst du wenn du möchtest
den Ausgleichsbehälter samt Deckel und Dichtmanschette reinigen (dazu nimmt
man wider Erwarten am besten heißes Wasser und trocknet alles sorgfältig, wenn's
geht mit Druckluft), verschraubst dann die Leitungen oben am Hauptbremszylinder,
richtest sie ggf. nochmal aus und dann stellst du unten wie beschrieben die Beläge
und damit die Kolben zurück. Dadurch steigt die Bremsflüssigkeit in den Leitungen
hoch und schiebt sozusagen die Luft vor sich her in den Ausgleichsbehälter. Dann
siehst du recht bald wie Bremsflüssigkeit anfängt den Behälter zu füllen. Stell ruhig
die Kolben richtig weit zurück, damit sich die Sättel leicht auf die Scheiben aufsetzen
lassen. Wieder an die Gabel anschrauben und (wichtig!) jetzt wieder pumpen
bis sie wieder wie gewohnt an der Scheibe anliegen. Dabei den Pegel im Ausgleichs-
behälter beachten und wenn nötig nachfüllen, wenn du Luft in die Leitung pumpst
geht das Spiel von vorne los!

5) Bremsflüssigkeitsbehälter wieder passend auffüllen. Auf das Niveau vor dem Abfüllen nehm ich mal an.
Einigermaßen voll würd ich jetzt vorschlagen (da sind Markierungen Min und Max dran).

6) Fertig.
Jep! Vor der ersten Probefahrt muß unbedingt sichergestellt sein:
1. Leitungen korrekt verlegt (lang genug bei voll ausgefederter Gabel,
werden beim Einfedern und vollem Lenkeinschlag nicht eingeklemmt)
2. Alle Verschraubungen fest (Hohlschrauben, Sattel an Gabel und
Deckel HBZ).
3. Druckpunkt ok. (es soll Leute gegeben haben die alles richtig
gemacht haben aber vor lauter Routine die Kolben nicht zurück-
gepumpt und folglich beim ersten Mal Bremsen in's Leere gegriffen
haben. Blöd wenn das nicht in der Werkstatt sondern bei der Probefahrt
passiert)
Und das funktioniert so garantiert?

Ich kann dir schon 'ne Garantie geben, das kostet dann aber ...
Im Ernst, möglicherweise verbockst du bei der ganzen Sache was woran ich jetzt
gar nicht denke, aber das Verfahren ist erprobt und wenn du dir genau überlegst
was dabei passiert sollte dir klar werden warum man das aus gutem Grund so
machen kann.
Die Bremse muss dann nicht mehr entlüftet werden?
Das stellst du mit unfehlbarer Sicherheit am Druckpunkt fest:
wenn sich der einstellt so wie er sollte ist das System korrekt entlüftet.
Sry, für all die Fragen. Aber da ichs zum ersten Mal mache, will ich auf absolut alles vorbereitet sein und nichts dem Zufall überlassen. Diesmal sollten ja doch lieber keine Fehler passieren :)
Hey, kein Grund für "sry", genau so wie du hier sollte man es machen:
nachfragen wenn einem was nicht 100%ig klar ist. Du mußt aber auch
verstehen daß ich höchstens für die Korrektheit der Methode an sich
bürgen kann, nicht aber dafür wie du sie anwendest. Klar, oder?

Viele Grüße und nochmal viel Erfolg!
Sven
Power in the darkness!

meine XT

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