Alutank entdellen?

Modifikationen an Rahmen, Tank, Verkleidungen, Höcker, Sitzbank, Fender etc.
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Hux
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Alutank entdellen?

Beitrag von Hux » 10. Jul 2018

Hi,
habe vor kurzem eine Projektaufgabe einer 79er SR 500 2J4 adoptiert und bin gerade bei der Bestandsaufnahme.
Dem Vorbesitzer ist beim Transport zu sich die Maschine leider im Bus umgefallen und der gute Reinschlüsseltank hat eine fiese Macke abbekommen.
Der Hersteller hat mir kurz und bündig durchgegeben, dass sie den Tank nicht richten werden, also stellt sich die Frage, ob man sowas mit Hausmitteln wieder halbwegs hinkriegen kann und wenn ja, wie?
Alu schweißen ist (noch) keine Option (für Zugbolzen etwa) und in den Backofen passt er leider auch nicht. Heißkleber und Holzzapfen habe ich schon probiert, von Druckluft werde ich die Finger lassen.

Vielleicht hat ja hier noch jemand ne Idee? Viel kaputter kann er eigentlich nicht mehr werden.

Bin auch für Angebote von Blech-Patschern und Kaufanfragen offen.
Verschlußdeckel ist mit Schlüssel vorhanden, allerdings die das Klapp-Abdeckblech abgebrochen.
01_Tank.jpg
02_Tank.jpg
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Re: Alutank entdellen?

Beitrag von k3po » 10. Jul 2018

Klebe Zuganker und Gleithammer wäre jetzt auch meine erste Empfehlung gewesen. Damit habe ich schon fiese Dellen aus einem Stahltank gezogen.

Gruß Kurt

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Re: Alutank entdellen?

Beitrag von grumbern » 10. Jul 2018

Habe meine drei Tanks beim Andi Weiß in Dietzenbach machen lassen. Fragen kostet nix.
Gruß,
Andreas

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Hux
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Re: Alutank entdellen?

Beitrag von Hux » 10. Jul 2018

Määhh, Bilder vergessen anzuhängen, nachgeholt.
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Re: Alutank entdellen?

Beitrag von DerAlte » 10. Jul 2018

Ganz glatt bekommst du das nicht ohne denTank zu öffnen. Wenn's auch mit weniger schön geht, dann baust du dir erst dieses Schwengelwerkzeug zum Einspannen im Schraubstock. Dann wird der Tank im Bereich der Delle mit dem Bunsenbrenner so weit erhitzt bis man mit nem Holzspahn auf dem Alu einen bräunlichen Strich ziehen kann.Das Alu ist an dieser Stelle für Ca. 2Tage weich und wird danach von selbst wieder hart.
Jetzt den Schwengel durch die Tanköffnung und die Delle rausgetrieben !
Dieses Procedere hat mir vor Zeiten unser Dengelmeister Hans verraten - und es hat gefunzt...
Grüße Volker

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Re: Alutank entdellen?

Beitrag von XSaver » 10. Jul 2018

DerAlte hat geschrieben:
10. Jul 2018
...Wenn's auch mit weniger schön geht, dann baust du dir erst dieses Schwengelwerkzeug zum Einspannen im Schraubstock.
Dieses Procedere hat mir vor Zeiten unser Dengelmeister Hans verraten - und es hat gefunzt...
Grüße Volker
:lachen1:
Weniger schön geht immer. :zunge:
Da ich zum schön hinpfuschen quasi prädistiniert bin, schlage ich ein Gemeinschaftsprojekt vor... :rockout:
Ich hätt zumindest den passenden Bunsenbrenner. Über Schwengel müsste man nochmal genauer nachdenken. :grinsen1:
Ausbeulwerkzeug das hier rumliegt wäre evtl auch eine alternative zum schwengeln...oder diese Quirldinger aus Holz
aus dem Tedi. Die müsste man nur irgendwie ums "Eck" bringen (Tankeinfüllstutzen)...

Das Procedere klingt hoch interessant. Warum bleibt das Alu für so lange Zeit weich? :dontknow:
Btw sieht dein behandelter Guzzi Tank astrein aus, Volker!

Viele Grüße,
Micha

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Re: Alutank entdellen?

Beitrag von Hux » 11. Jul 2018

Moin,
der Einfüllstutzen ist relativ eng und der Tanktunnel hoch. Ein Besenstiel ist da schon das Maximum an Materialstärke mit dem man da reinkommt und noch agieren kann. Eventuell müsste man da was aus ein paar Flacheisen mit einer Art runden und gewölbten Stempel braten - so zumindest meine Einschätzung nach ein paar Stocherversuchen gestern.

Können da gerne man zusammen rum beulendoktern, wie gesagt, viel kaputter kann der nicht mehr werden.

Es wäre zwar schade um den Tank, aber den für 200€+ richten lassen lohnt sich nicht - zur Not bastle ich nen Blumenkübel oder ne Lampe oder so draus. :)

... oder man dengelt beide Seite gleichmäßig ein. :D
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Re: Alutank entdellen?

Beitrag von f104wart » 11. Jul 2018

Mir wäre der Tank als Blumenkübel zu schade.

Wenn der Tank anschließend nicht poliert werden soll, ist es einen Versuch wert, die Beule heraus zu ziehen.
Kleine verbleibende Unebenheiten kann man dann ja spachteln.

Wenn Du ihn polieren möchtest, dann hilft nur das Heraustrennen und eine Neuanfertigung des Seitenteils. Ob sich das lohnt, ist nicht eine Frage des Anschaffungspreises, sondern dessen, was man draus machen möchte. :wink:
Gruß Ralf


...Leistung hilft nur denen, die keine Kurven fahren können, ihr Handycap auf der Geraden wieder auszugleichen. :D


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Re: Alutank entdellen?

Beitrag von Hux » 11. Jul 2018

Ja, sicher.
Aktuell sieht's nicht so aus, als ob ich den Rest des Mopeds wieder aufbauen werde.
Ein paar Sachen werde ich mir wohl als Ersatzteile für meine 85er SR auf Halde legen und was ich nicht brauche / aufheben will anderen SR-Scheuchern zugänglich machen.
Klingt doch besser als schlachten, oder? :D
So gesehen habe ich für den Tank aktuell keine Verwendung, finde ihn aber trotzdem so cool, dass ich ihn jetzt nicht für nen Zwanni verkaufen würde. Sollte man den Tank mit einem Aufwand der in meinem gesteckten Rahmen liegt wieder hinbekommen, überlege ich mir das mit dem schlachten aber vielleicht nochmal und baue meinen ersten Cafe-Racer, wer weiß. ;)

Poliert muss er nicht sein, hat zwar was, aber wenn's nicht geht, muss ich nicht weinen.
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Re: Alutank entdellen?

Beitrag von Bambi » 11. Jul 2018

Hallo Siggi,
schau Dir das Bild von Volker (der Alte) nochmal genau an: Da ist ein Kugelkopf auf eine passend gebogene Stange geschweißt und an deren anderen Ende ein Flacheisen zum Einspannen im Schraubstock. Du spannst dieses Werkzeug ein, stülpst Deinen Tank über die Stange (die Du natürlich passend zu Deinem Tank und seiner Beschädigung abgelängt und gebogen hast) und positionierst die Kugel von innen hinter der Delle. Jetzt solltest Du schon mit sanftem Druck feststellen können das sich dort etwas tut. Und so tastest Du Dich an das bestmögliche Ergebnis heran ...
Schöne Grüße, Bambi
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