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Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

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sven
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Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von sven » 23. Okt 2019

Interessante Dokumentation/Diskussion mit Zamperoni zum Thema "Rasen auf öffentlichen Straßen"
und die Konsequenzen:

https://www.ndr.de/fernsehen/Das-soll-R ... in124.html
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TortugaINC
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Re: Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von TortugaINC » 23. Okt 2019

Ich find es richtig und die Argumentationen schlüssig. Der Motorradfahrer mag seine tat bereut haben, der Zeuge mag unglaubwürdig gewesen sein, das Opfer mag was getrunken haben, dennoch zeigen etliche Youtube-Videos das er das Risiko bewusst widerholt in kauf genommen hat um sich ne Mark dazuzuverdienen. Auf den Videos gab es diverse knappe Situationen, jedem ist klar das es irgendwann schiefgehen muss und so ist es auch gekommen. Daher meiner Meinung zu 100% vorsätzliche Tat und kein "versehen" bzw nicht "fahrlässig".

Garagenschlosser
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Re: Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von Garagenschlosser » 23. Okt 2019

So sehe ich das auch. Wenn der nach einer Vollbremsung noch mit 68KmH in den Fussgänger prallt, wie schnell war der dann. Und bei über 100 und das auch noch in der Ortschaft häng ich nicht mit den Gedanken irgendwo. Der hätte viel härter bestraft werden sollen.

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7Fifty
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Re: Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von 7Fifty » 23. Okt 2019

Mich erinnert das stark an die Diskussion um Tucholskys Aussage: Soldaten sind Mörder.

Gar keine Frage - jede dieser Taten ist verurteilungspflichtig. Ich erhebe aber einen ganz anderen Vorwurf und der richtet sich gegen die Judikative, die je nach Bedarf und Erregung öffentlichen oder medialen Interesses die Fälle jeweils passend zum nieder- oder höherwertigen Straftatbestand konfigurieren kann.

In Berlin ist es Mord, in Bremen wird sowas zur fahrlässigen Tötung. Großes Kino, werte Justitia.
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f104wart
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Re: Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von f104wart » 23. Okt 2019

Ich möchte den oder die Unfallverursacher keineswegs in Schutz nehmen, aber für mich sind das keine Mörder.

Zu einem Mord gehört Vorsatz. Vorsatz bedeutet, dass man bewusst schnell fährt, um zu töten. Das Fahrzeg quasi als Waffe benutzt.

Den Tot anderer durch seine Fahrweise billigend in Kauf zu nehmen, ist noch kein Vorsatz.

Demzufolge ist es ein Unfall mit Todesfolge oder im schlimmsten Fall als Totschlag zu werten. Aber nicht als Mord. Auch wenn es moralisch gesehen als solcher gewertet werden kann.

Das man solchen Leuten neben der eigentlichen Strafe auf Lebenszeit den Füherschein entziehen sollte, steht ausser Frage.

Drickes
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Re: Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von Drickes » 23. Okt 2019

f104wart hat geschrieben:
23. Okt 2019
Ich möchte den oder die Unfallverursacher keineswegs in Schutz nehmen, aber zu einem Mord gehört Vorsatz.
Jein. Du hast zwar nicht unrecht, aber leider auch nicht Recht. Die Notwendigkeit eines Vorsatzes findet sich im Völkerrecht, nicht jedoch in der Deutschen Rechtsprechung. Da ist die Unterscheidung nicht eindeutig, weswegen es verschiedene Interpretationsansätze gibt, denen die Richter im Einzelfall folgen (müssen, weil sie keine andere Wahl haben als zu interpretieren). Da findet sich zum Beispiel die "besondere Verwerflichkeit" also das extreme Verhältnis zwischen Zweck und Mittel. In dem konkreten Fall stirbt ein Mensch, weil ein anderer Mensch ein bisschen Spaß haben wollte - nach der Interpretation liegt hier durchaus ein Mord vor. Ein weiterer Interpretationsansatz ist die besondere Gefährlichkeit, was sich unter anderem auf das Risiko der Wiederholung bezieht. Wenn man sich die Aussagen vieler Raser anhört, ist diese Geefährlichkeit leider oft gegeben. Auch hier ist es aber eine Einzelfallentscheidung. Ist leider alles nicht ganz einfach...

Um hier meinen Meinungssenf noch dazuzugeben: Ich finde die Urteile völlig in Ordnung. Man kennt (nach dem riesigen Medienrummel der letzten Jahre... und nach der Führerscheinprüfung) das Risiko und nimmt durch Raserei die Gefährdung und den Tod von Menschen in Kauf, mit dem Zweck der Profilierung oder vielleicht auch des Wettkampfes. Das steht in keinem gesunden Verhältnis zueinander...

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Re: Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von Nescafe » 23. Okt 2019

....was ist der Sinn, oder Zweck der Strafe? Ist es, dass ich den -täter von der Straße hole, oder ist es eine Sicherung der Gesellschaft? Im Fall des Hamburger Rasers, hat er keine Reue oder Anteilnahme gezeigt. Die Einschätzung, ob er seine Tat bedauert.....zweifelhaft. Für mich wäre es ein potenzieller Gefährder.
Im Fall des Motorradfahrers hat man das Gegenteil. Er hast sich mit der Tat auseinander gesetzt, seinen Fehler eingesehen und versucht das auch anderen weiter zu vermitteln. Ich sehe da kein Gefährdungspotential. Für mich sind beide Urteile ok.
Gruß
Jan

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mrairbrush
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Re: Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von mrairbrush » 23. Okt 2019

In anderen Bereichen sterben auch Menschen weil jemand etwas Spaß haben will und den Tod Anderer billigend in Kauf nimmt. Da wird dann höchstens fahrlässige Tötung mit Bewährungsstrafe draus.
Richter entscheiden nicht nach Recht sondern nach Medieninteresse. Ich sehe da einen Widerspruch mit Artikel 3 GG. Denn der ist auch im Strafrecht verpflichtend.

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Re: Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von cafetogo » 23. Okt 2019

Ich habe jetzt den film nicht gesehen ist mir zu lang, ich mag auch das Wort Raser gar nicht. Wo fängt den Rasen überhaupt an ? in manchen Köpfen fängt das ja schon beim überschreiten der STVO an. Solche dinge passen einfach nicht in ein Motorrad Forum, wie viele fahren den tatsächlich nach der STVO ?

Grüße
Roland

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f104wart
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Re: Das soll Recht sein? - Raser als Mörder

Beitrag von f104wart » 23. Okt 2019

Da sind wir ausnahmsweise mal einer Meinung! :prost:

...Für mich ist der Begriff "rasen" das Unwort schlechthin.

"Das Flugzeug ist in den Berg gerast!" NEIN, es ist NICHT in den Berg "gerast", es ist dagegen geflogen. Dabei war es nicht schneller als sonst auch.

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