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Tipps zum Kauf Drehmaschine

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jenscbr184
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Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von jenscbr184 »

Moin Forum,
ich trage mich mit dem Gedanken zur die Anschaffung einer Drehbank und dann eventuell auch einer Fräse.

Nun gibt es ja unheimlich viele Möglichkeiten, die einem angeboten werden.
Ich tendiere zu einer gebrauchten Handwerkermaschine,
mit schwerem Gußbett. Das resultiert aus meiner beruflichen Vergangenheit, ich habe mal Tischler gelernt.

Als komplex sehe ich allerdings hierbei das Thema Werkzeuge und Zubehör an, oder ist vieles auch universal einsetzbar?

Was ist von den Chinateilen zu halten, kann man damit außer ein paar Buchsen aus Alu zu drehen tatsächlich auch wirklich was herstellen?

Ich muß mich erst in das Thema einarbeiten, da ich keinerlei Erfahrung damit habe außer Opas Drechselbank... :grinsen1:

Ich würde mich über Tips und Hinweise freuen.
Grüße, Jens
Erstmal auseinander....dann muß es ja wieder zusammen. :mrgreen:

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Garagenschlosser
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Re: Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von Garagenschlosser »

Seh ich genauso wie du. Lieber ne gute gebrauchte Markenmaschine als so ein Chinaschrott. Hab mal vor etlichen Jahren ein paar verschiedene angeschaut, da mein Chef nicht viel ausgeben wollte. Die billigen hatten neu schon mehr Spiel in den Spindeln und Führungen als die 65 Jahre alte Drehbank bei mir im Geschäft. Hab dann zum Chef gesagt wir lassen das Ganze.
Gute Marken sind Weiler, Deckel usw. Alles sehr gute Qualität und fast unkaputtbar.

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theTon~
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Re: Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von theTon~ »

Ich kann Dir zwar bei der Wahl der Dreh- und Fräsmaschinen nicht wirklich weiterhelfen, aber was zum Thema China-Ware sagen. Wir importieren u.a. auch Maschinen (auch spezielle CNC-Drehmaschinen) und teilweise Zubehör in China.

Bei der Maschinenqualität und die wirklich einwandfreien CE-Konformität muss man wirklich ganz genau schauen und prüfen. Vom Maschinenimport würde ich Dir derzeit klar abraten. Der Zoll und die Marktüberwachungsbehörde prüfen da aktuell SEHR genau.

Ratsamer wäre da aus meiner Sicht ein gebrauchtes europäisches Produkt. Zerspanungszubehör kannst Du schon in China bestellen, wenn Du genau weißt, was Du brauchst. Über Alibaba und Aliexpress ist der Import auch simpel. Die Frage ist nur, ob es für die Kleinmengen des Eigenbedarfs sinnvoll ist und ob es sich wirklich rechnet.

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DUCracer
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Re: Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von DUCracer »

jenscbr184 hat geschrieben: 18. Jan 2023 Ich tendiere zu einer gebrauchten Handwerkermaschine,
mit schwerem Gußbett. Das resultiert aus meiner beruflichen Vergangenheit, ich habe mal Tischler gelernt.
Hallo Jens,

es gibt die Möglichkeit eine gebrauchte z.B. Weiler Drehmaschine oder Deckel ( FP 1 mit Voll Zubehör ) Fräsmaschine aus der Industrie zu erwerben. An besten geht sowas aus Ausbildungswerkstätten, Berufsschulen oder vom anspruchsvollem Hobby Werkzeugmacher.
Bei Maschinen aus Lohn Fertigungsbetrieben sollte man sehr genau hinschauen.

Bei den Optimum / Quantum Maschinen sollte man schon einige Scheine auf den Tisch legen, dann bekommt man auch einigermaßen Qualität. Ein befreundeter Fertigungsbetrieb hat eine OPTIturn TH 3309 für die Lehrlings Ausbildung ( nicht schlecht das Teil ).

380 V und so 300 Kg für die Drehmaschine und 700 Kg für die Fräsmaschine ist Standard. Alles andere ist für Leute die mal eine kleine Buchse aus AL Drehen und eine kleine Nut fräsen wollen, oder sehr viel Zeit haben.

Dann kommt noch Zubehör und Schnittwerkzeuge dazu, und Du bist schnell bei einer stattlichen Summe, aber auch ziemlich Autark.

Hier mal meine Ausrüstung :

Zug und Leitspindel Drehbank MATRA 150 Spitzenhöhe über Bett / 800 Spitzenweite mit stehender Lünette, Spannzangen Futter mit Zangen 2-18 mm , 160 mm --- 3 und 4 Backen Futter, 200 mm Planscheibe, Schnellwechsel Stahlhalter und Rundschleifvorrichtung.

Vertikal / Horizontal Fräsmaschine HERMLE 400x175x300 Verfahrweg; 160mm Rundteiltisch, MK 3 Wohlhaupter Ausdreh / Plan Kopf;
Div. Fräseraufnahmen.

Stand - Bohrmaschine ELMAG MK3 mit Rechts/ Linkslauf ; Gewindeschneidfutter

Elektro- und WIG-Schweißgerät ALPHA LAVAL 160A auch zum AL Schweißen.

Mit den nötigen Schnitt Werkzeugen ist man dann ganz gut aufgestellt, und muß nur gelegentlich den befreundeten CNC Fertigungsbetrieb in Anspruch nehmen.

Gruß aus dem kaltem Harz
Frank

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Stick
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Re: Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von Stick »

Frank deine Hermel ist ein Traum. Da bin ich schon ein bisschen neidisch drauf.

Gruß Dirk
"Lattenrost ist keine Geschlechtskrankheit."

Bollermann
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Re: Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von Bollermann »

"Chinaschrott" :D

Kommt auf das an, was Du machen möchtest.
Ich habe eine kleine (50cm Spitzenweite) China-Drehbank vor Jahrzehnten im Toom Baumarkt gekauft und die erledigt 95% aller Sachen, die ich machen muß, bis heute.
Wenn natürlich "Bremsscheiben abdrehen" Dein neues Hobby werden soll, bist Du damit falsch.
Vorteil (neben den einst nur 900,-DM): Das Teil passt in eine Ecke von einer großen Werkbank.
Eine >1000mm Weiler, Leinen oder Colchester füllt mit Peripherie eine ganze Garage.
Letztere sind gebraucht völlig überteuert (die Größe will jeder haben) und als ehemalige Schulmaschinen in den Führungen gerade vorn am Futter immer fertig.

Auch als Fräsmaschine habe ich einen Chinaklon mit Riemengetriebe.
Damals rund 3000,-DM inklusiv nachgerüsteter Digitalanzeige. Letztere halte ich für eine enorme Erleichterung.
Gerade, wenn man nicht direkt aus dem Beruf kommt und auch nur sporadisch damit arbeitet.
Wichtig ist da, daß der Tisch genügend Verfahrweg hat. Kauf nix unter 500mm Verfahrweg für die X-Achse.
Du ärgerst Dich schwarz, wenn Du z.B. ein Werkstück umspannen mußt, um es komplett fräsen zu können.
Und da reicht schon die Basisplatte einer Rastenanlage.

Generell gilt, daß Drehmaschinen relativ teuer sind, aber das nötige Zubehör billig.
Bei Fräsmaschinen ist es genau andersherum. Da kaufe ich bis heute immer noch irgendwelche Gimmicks dazu.

Gute Maschinen verkauft der Elmar Deuss in Köln.
Der importiert teilweise selbst und steht mit seinem Namen für die Sachen gerade.
Er beliefert viele ambitionierte Heimwerker und auch das Handwerk.
Ich hab mich da noch nie geärgert.
Man kann da auch vorbeifahren und sich beraten lassen.

http://www.deuss.de/
Dissident in every respect

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DUCracer
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Re: Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von DUCracer »

Stick hat geschrieben: 18. Jan 2023 Frank deine Hermel ist ein Traum. Da bin ich schon ein bisschen neidisch drauf.
Hey Dirk,

Danke !!! :grin: --- ich bin auch zufrieden damit !!! Die habe ich mal aus einem WZ-BAU für Lau hochgezogen. :grin:

Wobei ich zu einer Deckel FP 1 ( FP2) mit Vollzubehör tendiere. :)

Damit kann man dann alles erschlagen, sogar Wendelnut fräsen. Da müsste ich mich dann aber auch mal wieder ein fuchsen, ist bestimmt 35 Jahre her wo ich das mal gemacht habe. :wink:

Bis bald, wir sehen uns !!! :prost:
Gruß Frank

Veesp
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Re: Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von Veesp »

Also ich bin gelernter Zerspanungsmechaniker in Drehtechnik und durfte in über 10 Jahren auch sehr oft Konventionell Drehen. Ich würde dir wirklich abraten irgendein " Chinaschrott" zu kaufen. Manche davon sind so schrecklich das wenn du mal den Hobel anschmeist alles wackelt und Vibriert und du auch keine schöne Fläche , geschweige denn mal ein genaues Maß erhältst.
Nimm lieber ein bisschen mehr Geld in die Hand und hol dir eine gebrauchte Weiler oder sonstige namenhafte Maschinenhersteller damit wirst du sehr lange sehr zufrieden sein.

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f104wart
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Re: Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von f104wart »

Falls Du Interesse an einer FP1 hast, da könnte demnächst vielleicht bei mir was anstehen. :wink:

...Ist allerdings schon "etwas" älter und kann sicher vieles erzählen, aber für Hobbyzwecke im Motorradbereich hat's bisher gereicht. :grin:

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TortugaINC
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Re: Tipps zum Kauf Drehmaschine

Beitrag von TortugaINC »

Moin Jens,

der Vorteil der Chinakracher gegenüber alten Markengeräten ist deren geringes Gewicht und die geringe Stellfläche. Da Platz bei dir überhaupt keine Rolle spielt, täte ich an deiner Stelle auch was älteres und massives kaufen. Wenn du was aus Chinesium kaufst, dann immer 1-2 Nummer größer als theoretisch erforderlich. Diese 1000 Euro Geräte sind jedenfalls nichts...

Gruß
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