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Spraydosen

Lackierung, Oberflächenveredelung, optische Details
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mrairbrush
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Spraydosen

Beitrag von mrairbrush »

Abgesehen von Kontrollschwarz auf Füller oder mal Kunststoffhaftgrund für kleine Stellen verwende ich ja nie Spraydosen. Aus guten Grund den ich ich jetzt mal recherchiert habe. Dazu gibt es eine interessanten Webseite die es verdeutlicht. https://lackundzubehoer.de/spruehkoepfe ... ndee-typen
3 Düsengrößen bei Spraydosen.
0,18 mm für Effektlacke
0,20mm für Basislacke
0,25 mm für dicke Materialien wie Füller
Bei Spritzpistolen verwendet man für Basislacke zwischen 0,8-1,3 mm Düse für Lacke und für Füller in der Regel 1,4-1,7mm. Dazu gibt es auch auch noch Ausnahmen wie Spritzspachtel 2,0 mm oder Epoxisdharzspritzspachtel 2,5-3,0 mm sowie grobe Effektpigmente.
Man muss also bei einer Dose rund 5-6x so viel Auftragen um auf die gleiche Schichtstärke zu kommen. Entsprechend verdünnt ist das Material. Von den ganzen späteren Problemen wie einfallen, eingeschlossene Lösemittel ganz abgesehen. Angesichts günstiger leiser Kompressoren und günstiger Pistolen gibt es keinen vernünftigen Grund zu Dosen zu greifen. Selbst die billigste Chinapistole ist besser als eine Spraydose. Sobald jemand öfters mal etwas lackiert und die Teile nicht zu groß sind (typischerweise Motorradteile) rechnet sich die Anschaffung eines Leiseläufers 200€ und einer 20€ Chinapistole allemal.
Auch ich habe einige Chinakracher z.B. für Kleberauftrag bei Industrieaufträgen bei denen es auf top Oberflächenqualität nicht so ankommt.
Damit spritze ich Leime. Die Pistolen sehen meist nach kurzer Zeit ziemlich versifft aus und wenn man den Mist nach 1 Jahr nicht mehr rausbekommt schmeißt man das 20€ Teil in die Tonne weil der Aufwand des Reinigens sich nicht lohnt. Ähnlich bei Materialen wie Unterbodenschutz oder Spritzspachtel der eh geschliffen wird.
Autolack mit Klarlack kosten rund 20€ für je 400ml.
Das entspricht einem effektiven Literpreis von min. 100€/Ltr. bei min. 4x dünner.
Guten Basislack bekommt man für 60€/Ltr und guten konventionellen 2K Acrylklarlack 33€/ltr inkl. Härter
Beim Klarlack verschwendet man dazu viel weniger weil man sich es bedarfsgerecht anrühren kann. Klarlack geht selten kaputt, beim Härter sollte man eher zu kleineren Gebinden greifen (0,25ltr oder 0,5Ltr) da die schnell durch Luftfeuchtigkeit/Wärme gerne mal kaputt gehen. Sieht man an Klumpen oder Trübung.
Wer also öfters etwas selber macht kann richtig sparen. Besser ist es allemal. Nach rund 6 Ltr. Materialverbrauch wäre die Anschaffung drin. Die Arbeit selbst nimmt einen niemand ab aber die Fehlerquote sinkt enorm. Dosen spucken gerne mal, beim Metallic Basislack bedeutet es noch einmal. Beim Klarlack könnte man es auspolieren was aber angesichts der geringen Schichtstärke auch heikel ist.

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Mopedjupp
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Re: Spraydosen

Beitrag von Mopedjupp »

Interessant, da denkt man 60€ der Liter ist schon teuer!
Aber das relativiert sich ja definitiv nach deinen Beschreibungen.

Danke für die Info's
Gruß Reinhold
Reit' den Stier!

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grumbern
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Re: Spraydosen

Beitrag von grumbern »

Wo ich recht häufig die Klackerdose als einzige Alternative sehe, ist bei kleinsten Flächen <0,5m². Dafür bekommt man leider keine ordentlichen Lackgebinde und greift notgedrungen zur Dose. Es hat ja auch keinen Sinn, sich 0,5l+entsprechenden Härter hinzustellen, für die man ~100€ blecht und 80% davon vertrocknen einfach über die nächsten 10 Jahre...

So zuletzt für ein Gehäuseteil einer Werkzeugmaschine. Das musste wegen Reparatur beilackiert werden und selbst 250ml wären überzogen gewesen. FÜr ordentliche Lackierung, insbesondere größere Flächen gebe ich Dir aber 100% Recht.

Ach ja, als Maskierschicht zum Ätzen, oder Übertragen von Schablonen sind die Dinger auch nicht so übel und lässt sich einfach mit Verdünnung abwaschen :wink:

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mrairbrush
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Re: Spraydosen

Beitrag von mrairbrush »

Darum schrieb ich stossfaenger. Sorry. Quale mich gerade mit smartphone rum ohne gescheite tastatir

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grumbern
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Re: Spraydosen

Beitrag von grumbern »

Bei den Schildern für meine EMCO habe ich mich letztlich auch für 2K-PU aus dem Eimer entschieden, weil der Kram aus der Dose zu stark aufträgt, wenn er decken soll (bekommt man nicht dünn genug!). Hat zwar 50€ gekostet, aber den Rest kann ich auch für Motorradrahmen nehmen :grin:
P1200709.JPG
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mrairbrush
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Re: Spraydosen

Beitrag von mrairbrush »

Gibt auch firmen die 100ml mischen. Wenn man zuviel hat kann man die reste woanders zum vorspritzen verwenden

Tommy80
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Re: Spraydosen

Beitrag von Tommy80 »

Ich geb zu, dass ich doch recht häufig Sachen mit der Dose mache, obwohl im Schrank 3 Satas hängen. Der Grund dafür ist einfach dass mir einfach das Reinigen auf den Sack geht....die Satas schmeißt man auch nicht so einfach weg...brauch ich euch ja nicht erzählen. :wink:
Hab mir jetzt auch mal vom Korrisionschutzdepot ne günstige Pistole gekauft weil ich relativ häufig 1K lackiere und die Sata die ich dafür sonst nehme schon fürchterlich aussieht.

:versteck:
Das Schweizer Taschenmesser des Handwerks. Kann alles, nur nichts richtig.

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mrairbrush
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Re: Spraydosen

Beitrag von mrairbrush »

Die Sata spritze ich nur ordentlich aus und der Düsenkopf kommt in ein Glas mit Verdünnung. Geht wunderbar.


Nein ist nicht wirklich teuer weil unverdünnter bei rund 60€ liegt wenn nicht gerade sündhaft teure Pigmente enthalten sind. Konventioneller Basislack wird 1:1 verdünnt, bedeutet man hat rund 2 Ltr. spritzfertiger Lack. Bei wasserbasierten wird fast überhaupt nicht verdünnt. Wenn dann entweder mit VE Wasser oder einem Zusatz das er schneller antrocknet. Im Grunde kann man Umkehrosmosewasser nehmen und anstatt dem Trocknungsbeschleuniger dem Wasser etwas Alkohol zusetzen. Wird von der Industrie natürlich beides teuer als Spezialmittelchen verkauft. Wasserbasislacke haben in der Regel einen höheren Literpreis. Bei aktuellen Farben die z.B. Xirallicpigmente enthalten liegen die schnell bei 150€/Ltr. Da sie aber aufgrund der Konsistenz gut decken relativiert sich das auch schnell wieder.
Für einen Tank reichen 100ml locker aus. Bei konventionellen Lack etwas mehr. Darf bei Fahrzeugen nicht mehr verwendet werden aber bei Oldtimer gibt es Ausnahmen und bei Privatleuten interessiert es niemand. Darum handelt es sich bei den Spraydosen fast nur um konventionellen Lack. Wird eh nur von Privatleuten gekauft und die zieht man dabei ordentlich über den Tisch sofern es sich nicht um eine kleine Schadstelle z.B. an einer Stoßstange handelt.

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