Tag 4 – Schrauben, Schotterträume und ein Abend im winzigen Dorf
Manchmal beginnt ein Tourtag nicht mit dem Aufheulen von Motoren, sondern mit dem Knirschen von Feilen. Rolands Kupplungszug hat den Geist aufgegeben – mitten in Ligurien. Gut, dass wir einen XT-Ersatzzug dabeihaben. Unter den Händen des selbsternannten „MacGyver“ Roland wird gefeilt, gebogen, gesägt – und tatsächlich: es passt!
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Kaum ist der eine fertig, liegt der nächste schon in den Innereien seiner Maschine. Frank hat seine kleine Suzuki DR250 zerlegt. Vergaser draußen, Schwimmerstand einstellen – und dabei ahnen wir noch nicht, dass das nur der Anfang ist.
Drama am Morgen – Elektrik & Vergaser
Beim Startversuch nach Pigna stirbt Franks DR erneut. Bergab rollen, Kupplung kommen lassen – nichts. Diagnose: kein Strom. Unter der Sitzbank finden wir einen Kabelsalat, der jedem Elektriker Albträume bescheren würde. Blanke Kabel, Isolierband – ein wahres Horrorbild. Nach langer Suche entdecken wir ein gebrochenes Kabel – Strom ist wieder da, aber der Motor will nicht.
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Meine Frage bringt die Wende: „Frank, hast du nicht heute Morgen am Vergaser geschraubt?“ Ein Blick auf die Kerze: trocken. Also wieder ran an den Schwimmerstand, ein Stückchen nachjustiert, alles zusammengebaut – und siehe da: sie läuft. Endlich Frühstück in Pigna!
aber jetzt erst einmal ein Cappuccino
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Kurze Tour mit viel Genuss
Eigentlich war ein Abstecher nach Frankreich geplant, doch wir entscheiden uns, in Italien zu bleiben. Über Castel Vittorio geht es hinauf zum Passo Ghimbegna, dann weiter nach Badalucco und zum Monte Ceppo.
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Die Straßen hier sind überseht mit Schlaglöchern, zum Glück fahren wir Scrambler! Die Mittagspause verbringen wir am Colle Melosa – Sonne, gutes Essen, Ausblicke bis zu den Schotterpfaden der Ligurischen Grenzkammstraße und ein atemberaubender Blick auf den Toraggio. Der höchste Berg Liguriens. Ich nutze die Zeit für Drohnenaufnahmen – Bilder, die nach Abenteuer riechen.
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Luxus & Ursprünglichkeit
Am Nachmittag kehren wir früher ins Agriturismo Al Pagan zurück. Sauna, Whirlpool, Terrasse – die perfekte Gelegenheit, das Haus wirklich zu genießen.
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Doch der Abend hält noch ein besonderes Highlight bereit: Abendessen im Agriturismo Ca’ de Na, versteckt im winzigen Dorf Buggio. Hier gibt es keine moderne Gourmetküche, sondern das, was Ligurien wirklich ausmacht: einfache, ehrliche Gerichte, gekocht wie vor hundert Jahren. Ein Fest für die Sinne.
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In der Dunkelheit tuckern wir mit den Scramblern zurück. Auf der Terrasse lassen wir den Tag mit einem Glas Rotwein ausklingen – die Stimmung ist einzigartig. Es geht längst nicht mehr nur ums Fahren, sondern um die gemeinsame Zeit.