Die beiden wirklichen Knackpunkte sind doch die:
-Gewicht und Dimensionierung
-Wartungsfreundlichkeit
Oben kann man besser entlüften weil die Schraube der höchste Punkt ist, unten würde sich wohl eine Luftblase im Sattel festsetzen können, so fern man nicht einfach neue Flüssigkeit nachpumpt. Tut man das aber, erledigt sich dieser Punkt nach der ersten Befüllung und das kann man demontiert tun. Eventuell kommt man auch besser an die Bremsklötze, sollte die mal getauscht werden müssen.
Unten hat man aber deutliche Vorteile hinsichtlich der Materialbelastung und damit -dimensionierung. Eine auf Zug belastete Strebe kann deutlich filigraner ausfallen, theoretisch sogar nur ein Draht sein. Auf Druck (oben) braucht es schon ein relativ dickes Rohr, um nicht einzuknicken. Alleine deshalb würde ich ein Gestänge -egal welches- immer auf Zug belasten, so fern das möglich ist. Weiterhin ist die bremszange auf Zug deutlich stabiler, hat quasi "Nachlauf" und rückt sich selbst in Position, es wirken kaum Torsionskräfte auf die Halterung, die Kraft wird nahezu vollständig vond er Zugstrebe aufgenommen. Die Halterung kann also erschreckend minimalistisch ausfallen ;) Belastet man aber auf Druck, hat die Bremszange "Vorlauf" und will ausweichen, wegknicken und ist instabil. Das muss dann die Halterung und in gewissem Maße auch die Bremsscheibe ausgleichen. Das bedeutet, es muss nicht nur eine massivere Druckstrebe, sondern auch ein viel stabilerer und steiferer Halter her. In Bezug auf den Halter ist natürlich die Kombination aus beidem die denkbar schlechteste Variante, weil hier gar keine Kraft direkt in die Abstützung eingeleitet wird, sondern komplett vom Halter übertragen werden muss.
Mein Votum bleibt daher bei "unten".
Gruß,
Andreas
P.S.: Trommelbremsen sind, wenn nicht radial über einen "Keil" geführt, eigentlich immer auf zug abgestützt und da reicht auch an der Front bei mächtiger Doppelduplex ein dünnes Blechelchen, was man mit der Hand verbiegen kann!

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Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
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Re: Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
Das ist aber auch dann der Fall, wenn, wie bei der oben abgebildeten, provisorischen Ankerplatte, der Sattel oben sitzt und die Zugstange unten angebracht wird.grumbern hat geschrieben: 2. Okt 2018 Eine auf Zug belastete Strebe kann deutlich filigraner ausfallen, theoretisch sogar nur ein Draht sein. Auf Druck (oben) braucht es schon ein relativ dickes Rohr, um nicht einzuknicken. Alleine deshalb würde ich ein Gestänge -egal welches- immer auf Zug belasten, so fern das möglich ist.
Druckstange kommt für mich so oder so nicht in Frage, da der Anlenkpunkt für den Drehmomentausgleich unten an der Schwinge bereits vorhanden ist. Und damit ist es in JEDEM Fall eine Zugstrebe.


Entlüftung wie auch die auf dem Kopf stehende Beschriftung sind vernachlässigbare Argumente, ebenso wie wahrscheinlich auch die Massenverteilung, da der Sattel selbst recht leicht ist.
Einziges Argument, was wirklich FÜR oben spricht, ist die Optik. Und das ist Geschmacksache. ...also oben sieht schon irgendwie schön(er) aus, aber ist halt auch (Material)aufwendiger und schwerer, weil die Ankerplatte mit Zugstange unten als zweiarmiger Hebel wirkt.
Das wiederum könnte man umgehen, indem man die Abstützung, wie von TortugaINC vorgeschlagen, an der Schwinge anbringt.
Dagegen spricht unter Umständen wieder der Abstand des Sattels und damit der Ankerplatte zur Schwinge (Verwindung), den ich noch messen muss und das Einschweißen des Bolzens für die Abstützung.
Eine dieser beiden Varianten wird es werden. Sattel oben mit Zugstange unten scheidet aus.
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Re: Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
Genau so sehe ich das auch und so war es auch gemeint! Das Provisorium meinte ich mit "schlechtester Lösung" in Hinsicht auf die Ankerplatte (hast Du und andere ja auch schon richtig dargelegt). Oben mit Abstützung gegen die Schwinge ist natürlich sehr gängig, bedingt aber eben eine stärkere Ankerplatte. Krafteinleitung und Materialersparnis ist unten eben am besten.
Letzten Endes ist es immer ein Kompromiss. Unten ist besser im tatsächlichen Betrieb, oben bei der Wartung und ggf. optisch. Die Frage ist dann, was einem wichtiger ist, oder welche Variante ihre Nachteile stärker ausprägt ;)
Gruß,
Andreas
Letzten Endes ist es immer ein Kompromiss. Unten ist besser im tatsächlichen Betrieb, oben bei der Wartung und ggf. optisch. Die Frage ist dann, was einem wichtiger ist, oder welche Variante ihre Nachteile stärker ausprägt ;)
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Re: Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
Man könnte ja bei Brembo mal nachfragen, ob die irgendwelche Sättel haben, die sie falsch herum beschriftet haben. Die müsste man dann nur noch falsch herum montieren und dann wär´s wieder richtig rum.



Re: Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
Hmm, hab mir nochmal dein erstes Foto angesehen.
Das ist jetzt natürlich Geschmacksache, aber imho sieht keine
der beiden besprochenen Lösungen wirklich gut aus. Ob auf Zug
oder Druck beansprucht, technisch sinnvoll wäre die Strebe nur
wenn sie sich am Rahmen abstützen würde. Tut sie aber nicht,
sondern sie leitet nur die Kraft vom Bremssattel weiter nach vorn.
Aus keinem besonderen Grund.
Warum verschraubst du nicht den Sattel direkt an der Schwinge
so wie das vorn an der Gabel auch gemacht wird? Würde sich
in deinem Fall schon deshalb anbieten weil wegen dem Kardan-
antrieb die Hinterachse immer an derselben Stelle bleibt. Und
du sowieso an der Schwinge schweißen wolltest.
Also was ich mir vorstelle ist eine kleine Vorderradbremszange
(z.B. P05) die an der Schwinge sitzt als wäre die eine Gabel.
Viele Grüße
Sven
- TortugaINC
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Re: Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
Die Idee find ich gut
Insbesondere die Seltenheit der Variante hat Chame!

"Happiness is only real when shared”.
Re: Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
Wie Bambi schon schrieb- bei den späten umph´s T140 ist der Sattel unten.
Und hier an der T140 :So ein Müll.Total beschxx verbaut und Wartungsanfällig.
Deswegen sind diese Modelle auch unbeliebter und werden gerne umgebaut.
Wenn man sich so mal einen Nachmittag mit der Mimik beschäftigt hat- never ever
Aber das ist ja jetzt nur die Sicht bei diesem Modell.
Gutes Gelingen !
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Re: Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
Hallo bosn,
umgekehrt! Bei den früheren Bonnies und Tigern ist er unten, er wurde dann nach oben verlegt. Dazu gab es dann noch die dickere und steifere Schwinge. Aber wie Du schon feststelltest ...
Schöne Grüße, Bambi
umgekehrt! Bei den früheren Bonnies und Tigern ist er unten, er wurde dann nach oben verlegt. Dazu gab es dann noch die dickere und steifere Schwinge. Aber wie Du schon feststelltest ...
Schöne Grüße, Bambi
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Re: Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
YICS hat geschrieben: 2. Okt 2018 Da ich glaube, das unten hängende Sättel sich immer gegen die Schwinge abstützen ...
Das ist ein Irrglaube :

Daytona 1200 von 1995.
Die bei den alten T´s unten angebrachten Bremssättel hatten keine
Ablauföffnungen und Wasser konnte sich so darin sammeln.
Das Problem gibt es bei neueren Motorrädern nicht mehr.
Auch ist das Entlüften kein Problem, wenn der Sattel unten angebracht wird.
Habe das schon einige hundert Male ohne Probleme hinbekommen.
Irgendwie wird diese Diskussion mal wieder müßig.
Drei Ärzte, sieben Diagnosen ...
Letztlich ist es dem Bremssattel, der Schwinge und der Stütze egal.
Daher :
Bau auf Trommelbremse um.
Gruss, Jochen !
Ich würde mich ja gerne entschuldigen, aber es tut mir einfach nicht leid.
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Re: Entscheidungshilfe_Bremssattel hinten: oben oder unten?
Sorry, aber das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wenn eine Strebe am Rahmen befestigt ist und der Befestigungspunkt nicht absolut identisch mit der Schwingenachse ist, dann muss die Strebe doch auch die Längenänderung beim Ein- und Ausfedern ausgleichen. Das bedeutet doch, dass sich der Sattel in einem bestimmten Winkel um die Achse dreht.sven hat geschrieben: 3. Okt 2018technisch sinnvoll wäre die Strebe nur wenn sie sich am Rahmen abstützen würde.
Welchen Sinn soll das beim Bremsen machen?

