Seite 5 von 6

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von mrairbrush
Vergaseronkel hat geschrieben: 3. Feb 2026 Da gehts oft schon los, man kauft einen Reiniger auf dem steht "für Vergaser geeignet"......ohne zu wissen, welche der beiden Aufgaben (hübsch oder technisch sauber) der nun erfüllen kann. Wie bei vielen Dingen, man muss sich damit auseinandersetzen, sonst gehts ggf in die Hose.
Und da geht es schon los. Vermutlich ist der Reiniger für Vergaser geeignet besonders teuer. Erlebe ich in meinem Bereich sehr häufig. Da werden Produkte für bestimmte Bereiche als besonders geeignet beworben und sind für einen anderen Bereich erheblich
günstiger auch wenn es das exakt selbe Produkt ist. Auch eine Art umlabeln. Es macht also Sinn sich damit näher zu beschäftigen.
Ultraschallreiniger sind ja nun keine neue Technik so das man davon ausgehen kann das auch die Chinesen wissen worauf es ankommt. Es gibt sicher auch gute Sachen die dann aber von Importeuren abgegriffen werden die das dann teuer verkaufen. Natürlich wird sicher auch viel ungeeigneter Müll verkauft der für den Zweck auch überteuert ist. Interessant wäre wie man technisch ermittelt ob das Gerät taugt, abgesehen von einer Sichtprüfung? Röntgengerät wird ja nicht jeder rumstehen haben, denke ich mal.

Obelix: Stolzer Preis für das reinlegen, rausholen und etwas Reiniger+Wasser. :mrgreen: Vielleicht war das Gerät so teuer.
Was für ein Auto stand da vor der Tür? Ein Bentley? :lachen1:

Zum Thema Stahlwolle sollte man an Kontaktkorosion durch verschiedene Materialen denken. Vermutlich gib es deshalb spezielle Dämpfungsmaterialien. Wobei es sicher auch noch auf das Material ankommt aus dem der Schalldämpfer gefertigt wurde.
Aluminium oder Zink (unedel) in Verbindung mit Kupfer, Messing oder Edelstahl (edel) und Aluminiumbauteile mit Edelstahlschrauben, Kupferleitungen direkt an verzinktem Stahl.
Gut an einem Humer H1 zu sehen dessen Beplankung genietet ist. Verschiedenes Material. Da kommt es deshalb immer zu Abplatzungen durch Kontaktkorrosion.

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von Vergaseronkel
Nein, der Reiniger ist nicht besonders teuer. Mir ging es darum, dass sowohl auf einem sauren, als auch auf einem alkalischen Reiniger völlig zu Recht draufstehen kann, er sei für Vergaser geeignet. Welchen man davon für welche angestrebte Anwendung am Vergaser benötigt, müsste man vorher wissen. Deshalb eben, man muss sich damit befassen....

Die Chinesen wissen worauf es ankommt......zum Thema Marketing ja. Die sind gut darin, die Geräte ähnlich aussehen zu lassen, wie die, die wirklich was taugen. Im Grunde fehlt allen Chinesischen Geräten "sweep", das ist eine der wichtigsten Technologien, um das Schallfeld gleichmäßig im Medium zu verteilen. Da gibts natürlich noch deutlich mehr technologische Feinheiten, die das ermöglichen. Und genau das ist der Knackpunkt, ohne gleichmäßige Verteilung gibt es eben diese unkontrollierten Leistungsspitzen, die richtig Material zerstören können.

Ich lese zwischen den Zeilen immer wieder ein "aber es muss doch auch dort was brauchbares geben". Aktuell leider nein, wenns um Vergaser geht. Ich teste regelmäßig die preiswerten Geräte, bisher alles technisch identisch bzw auf vergleichbarem unterirdischen Niveau. Und ich befürchte, das wird auch noch lange so bleiben. Die Chinesen haben ja keinen Grund das zu ändern, die Geräte werden ja gut verkauft. ;-)

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von Vergaseronkel
mrairbrush hat geschrieben: 3. Feb 2026 Vielleicht war das Gerät so teuer.
Das ist keine Ausrede für den überzogenen Preis. Ich arbeite auch nur mit hochwertigen Geräten. :wink:

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von obelix
Vergaseronkel hat geschrieben: 3. Feb 2026Puh, das ist mal ne Hausnummer.
Yepp, dachte ich mir auch:-)ch glaub, der rechnet die Zeit, in der die Teile baden als Arbeitszeit:-) Vielleicht steht er ja daneben und meditiert über die Vergänglichkeit des Schmutzes...

Gruss

Obelix

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von Vergaseronkel
:grinsen1:

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von mrairbrush
Etwas Licht ins Dunkle. Ich möchte schon etwas mehr wissen als nur taugt nicht. Habe auch schon damit geliebäugelt um feine Pistolen damit zu reinigen denn 0,2er Düsen sind immer ein Problem, nicht nur bei Vergasern. Wenn aber ein Gerät das 10fache der Pistole kostet und das 20fache eines Düsensatzes lohnt es sich nicht wirklich.
Meine Frage ob Ultraschallgeräte Vergaser beschädigen können.

Ja, ein Ultraschallgerät kann einen Vergaser bei unsachgemäßer Anwendung tatsächlich dauerhaft beschädigen. Das Risiko liegt weniger am Ultraschall selbst als an der Chemie und den Einstellungen.
Hier sind die kritischen Faktoren:
Materialfraß durch falsche Reiniger: Vergaser bestehen oft aus Aluminium-Druckguss. Aggressive oder säurehaltige Reiniger (wie viele billige Universalreiniger oder Haushaltsmittel) greifen die Oberfläche an. Das Aluminium läuft dunkel an, wird porös oder die Passungen der Düsenstöcke verändern sich. Nutzen Sie zertifizierte Reiniger wie das TICKOPUR R 33, das speziell materialgeschützt ist.
Zerstörung von Dichtungen und Membranen: Ultraschall und Hitze lassen Gummi- und Kunststoffteile (z. B. Beschleunigerpumpen-Membranen) aufquellen oder spröde werden. Wichtig: Alle Nicht-Metallteile müssen vor dem Bad zwingend demontiert werden.
Kavitationsfraß bei Billiggeräten: Wenn das Bauteil direkt auf dem Boden der Edelstahlwanne liegt (ohne Korb), können durch die Vibrationen punktuelle Schäden am Gehäuse entstehen. Zudem kann die Wanne selbst durchlöchern.
Beschichtungen: Manche modernen Vergaser haben spezielle Anti-Friction-Beschichtungen an den Drosselklappenwellen. Diese können durch intensiven Ultraschall abgetragen werden, was später zu Falschluft führt.
Zu hohe Temperatur: Temperaturen über 60-70 °C können bei empfindlichen Legierungen bereits zu Verzug oder Gefügeänderungen führen.
Fazit: Ein Gerät beschädigt den Vergaser nicht, solange Sie einen Korb verwenden, alle Dichtungen entfernen und einen ph-neutralen/leicht alkalischen Spezialreiniger nutzen.


Wichtige Faktoren für ähnliche Ergebnisse
Um mit einem günstigeren Gerät ähnliche Ergebnisse wie mit einem Bandelin zu erzielen, sollten Sie auf folgende Punkte achten:
Tankgröße: Achten Sie darauf, dass der Tank groß genug für den gesamten (zerlegten) Vergaser ist. Für Motorradvergaser wird oft ein 3L-Bad empfohlen, für größere Kfz-Vergaser oder Vergaserbänke eher 6L bis 10L.
Frequenz: Bandelin-Geräte nutzen oft eine Frequenz um die 35 kHz, die als optimal für das Eindringen in feine Kanäle gilt. Viele günstige Geräte arbeiten mit 40 kHz, was die Reinigungsleistung in sehr kleinen Öffnungen leicht einschränken kann, aber immer noch sehr effektiv ist.
Reinigungskonzentrat: Die Qualität des Konzentrats ist entscheidend. Investieren Sie in ein professionelles Konzentrat, das für Aluminium und die Entfernung von Öl/Verharzungen geeignet ist, wie z.B. TICKOPUR R 33.


Was sagt der Vergaserspezialist dazu?

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von mrairbrush
Kann man damit vielleicht auch besser Wäsche reinigen? Hat das mal jemand probiert? 40C etwas Waschpulver und die Luftblasen lösen verkrusteten Dreck. Ölflecken in der Hose und ab ins Tickpurbad. :mrgreen:

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von Grottenschrauber
Ich wasche K&N Filter in meinem (billigen) Schaller.....

Gruß, Stefan

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von Vergaseronkel
mrairbrush hat geschrieben: 3. Feb 2026 Ja, ein Ultraschallgerät kann einen Vergaser bei unsachgemäßer Anwendung tatsächlich dauerhaft beschädigen. Das Risiko liegt weniger am Ultraschall selbst als an der Chemie und den Einstellungen.
Leider völlig falsch. Ultraschall ist eine Form der mechanischen Reinigung. Selbstverständlich kann man mittels Ultraschallwellen Material zerstören, siehe Folientest.
mrairbrush hat geschrieben: 3. Feb 2026 Wichtige Faktoren für ähnliche Ergebnisse
Um mit einem günstigeren Gerät ähnliche Ergebnisse wie mit einem Bandelin zu erzielen, sollten Sie auf folgende Punkte achten:
:lachen1: :lachen1: :lachen1: :lachen1: :lachen1: :lachen1: :lachen1: :lachen1: :lachen1: :lachen1: :lachen1:

Arbeite doch mal mit beiden, dann siehste den Unterschied. Alles andere ist Wunschdenken...

mrairbrush hat geschrieben: 3. Feb 2026 Was sagt der Vergaserspezialist dazu?
Wenn ich das lese.....dann beschleicht mich das Gefühl, das willste doch eh nicht hören. :wink:

Ich weiß nicht, woher du diese mehr als zweifelhafte und völlig mit fachlichen Fehlern überladene "Anleitung" hast, aber was ich davon halte, habe ich doch ausreichend beschrieben. Im Billiggerät massive Bauteile, bei denen es darauf ankommt, von außen sauber zu werden (Bremssattel), kein Problem. Vergaser...klares NEIN. Kann hundert mal gut gehen, kann beim ersten Versuch Material zerstören.
Lackierpistolen habe ich keinen Plan von, wie empfindlich die sind. Würde ich persönlich vielleicht abhängig davon machen, was so eine Pistole kostet. Habe einen Bekannten, der lackiert in der Industrie. Die hatten auch Chinageräte und es ging so halbwegs. Er hat seinen Meister bekniet, ich hab bisschen mit erklärt und vermittelt, jetzt steht dort ebenfalls ein Bandelin. Alle sind mega happy, der Meister hat sich ewig bei mir bedankt. Also auch dort ist der Unterschied enorm....

Re: Ultraschallbad und Stahlwolle

Verfasst: 3. Feb 2026
von Vergaseronkel
Ich werde ja reichlich dafür angefeindet. Meistens wird gesagt, der will ja nur den teuren Kram verkaufen und viel Kohle damit machen. Kann man so sehen. Letztes Jahr per Affiliate ganze zwei Geräte von Bandelin verkauft. Man stelle sich mal vor, ich würde diese Geräte aus China empfehlen, gleich mit Link zu Amazon. damit würde ich deutlich, deutlich mehr Kohle machen können. Will ich aber nicht, weil ich nicht davon überzeugt bin. Ich schreibe hier das, was ich selbst erarbeitet und verglichen habe. Auch wenns halt unangenehm ist.

Manchmal denke ich mir, vielleicht wäre es besser einfach die Fresse zu halten, obwohl ich die Risiken kenne. Würde mir viel Ärger ersparen, aber ich bringe es nicht übers Herz.