.....ich gestern meinen letzten Arbeitstag in meiner alten Firma hatte. Nach 26Jahren
Eigentlich sollte ich mich ja freuen, bin ja aus eigenen Stücken gegangen. Trotzdem bin ich irgendwie traurig, nein, wehmütig triffts besser. War -meist- eine schöne Zeit.
Der Job war in der Automobilindustrie, genauer- Entwicklung von Abgasanlagen für Motorräder, PKW, LKW.
Wie Ihr euch denken könnt, läuft das Buisness nicht mehr so prickelnd, seit die Welt erkannt hat, wie böse doch diese stinkenden Verbrenner sind. So kam unser französischer Konzern auf die geniale Idee, die gesamte in Deutschland sitzende Entwicklung an einen indischen Dienstleister zu verkaufen. Die Franzosen haben ja schon im Mutterland Überkapazitäten, also weg damit.
Soweit so gut. Was ich nun in den letzten 2 Jahren unter indischer "Führung" erlebt habe, hat mich zum Sprung ins kalte Wasser bewogen, sprich Abfindung aus dem Freiwilligenprogramm kasieren und mich mit 60 nochmal dem freien Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen.
Irgendwie ja spannend. Trotzdem, heute morgen könnte ich kotzen.
Nichtmal, dass mir die Kollegen fehlen. Die Meisten wirklichen Freunde dort sind schon in früheren Runden gegangen oder haben sich in Altersteilzeit und Rente verabschiedet. Geblieben sind die Sprücheklopfer, Arbeitsvermeider und Wichtigtuer, mit ein paar Ausnahmen, die mir fehlen werden.
Wie auch immer, ich denke, eine gute Arbeit ist ein wichtiger Halt im Leben und der ist jetzt weg.
Drückt mir also die Daumen, das ich nochmal so einen geilen Job finde, wie ich Ihn 20 Jahre lang hatte. Denn mich über die soziale Hängematte in die Rente mogeln, ist für mich keine wirkliche Option. Hab immer gern gearbeitet und wollte das auch bis 67 tun, oder zumindest bis 65.

Der letzte Lebensabschnitt kommt noch früh genug.
Sorry für mein Gejammer, aber heut muss ich das irgendwo loslassen.
