Yamaha» XS 850 Aufbau
Verfasst: 8. Jan 2023
Hallo,
ich wollte hier noch den Aufbau meiner XS 850 vorstellen, der über den Winter 2021 auf 2022 passiert ist. Als draußen Corona unterwegs war, hab ich wie viele hier die Zeit glücklicherweise in der Werkstatt verbringen können. Die XS war mein erstes Projekt, das ich mit dem Vorsatz "Umbau" angegangen habe. Entsprechend wollte ich vorsichtig vorgehen und erstmal sehen, was mit dem, was da ist, so möglich ist. Alles folgende ist "zerstörungsfrei" passiert, dh. die XS kann einfach wieder komplett in Originalzustand versetzt werden.
Die Maschine hab ich zusammen mit einem ziemlich kompletten Teileträger gekauft, der Verkäufer meinte, sie wäre, als er sie abgestellt hat, gut gelaufen, und hatte nur ein kleines Problem an das er sich aber nicht mehr erinnere. Ich bin mal vom Besten ausgegangen und hab den Motor erstmal nur einer gründlichen Pflege und Wartung unterzogen. Das kleine Problem war wahrscheinlich nur eine vermurkste Kupplungszugaufnahme.
Ziel der Aktion war es, die Maschine einerseits wieder fahrbereit und angemeldet zu kriegen, andererseits einfach etwas "schicker" und leichtfüssiger aussehen zu lassen. Es ging mir weder drum, einen bestimmten Stil zu bauen, noch einen perfekten Zustand zu erreichen.
Nachdem bis auf den Motor quasi alles demontiert hatte, hab ich von hinten angefangen und hab aus einem XS Vorderschutzblech und einem Rohling ein neues Hinterradschutzblech gebaut. Das ist nach oben mit einer von mir aus Blech gebogenen und geschweißten "Schale" verschraubt, auf der eine Lithiumbatterie unter dem hinteren Höcker montiert ist. In einer weiteren Blech-Schale, die unter der Sitzbank ist, ist die leicht angepasste Elektrik untergebracht. Erst wollte ich den wirklich unschönen Luftfilterkasten wegkriegen und Einzelluftfilter montieren, davon hab ich mich aber angesichts der Abstimmungs- und Zulassungsschwierigkeiten verabschiedet.
Die Sitzbank hat einen Kunststoff-Unterbau aus so einer thermoplastischen Platte in einem Rahmen aus 10er Rundeisen, die dann nach Einpassen vom Sattler bezogen wurde. Der hintere Höcker wurde von mir aus einem Stück alten Tank aus Blech gefertigt.
Die Seitenverkleidungen hab ich aus Alublech getrieben, und oben von einem Freund eine Art Rand anschweißen lassen, ich selbst kann kein Alu schweißen. Sie sind etwas rustikal, was mir aber im Gesamtbild echt gut gefallen hat.
Den originalen großen Tank hab ich zugunsten der Leichtigkeit (sofern man bei dem Schiff von sowas sprechen kann) gegen die kleinere Variante einer XS 750 ausgetauscht, den ich in recht guten Zustand via Kleinanzeigen bekommen habe.
Das Cockpit hab ich deutlich ausgedünnt, indem ich die originalen Instrumente durch einen kleinen Tacho ersetzt habe. Zusammen mit dem Zünschloss, das in einem extra Gehäuse sitzt, ist das auf einem stark modifizierten Halter montiert. Den großen, originalen H4 Scheinwerfer fand ich sehr gut passend.
Als Blinker hab ich Kellermänner gebraucht erstanden, ansonsten ist alles gemacht, was man halt so machen sollte, wie Bremsen, Vergaser, Gabel komplett überholt. Teile wie Schwinge, Gabelbrücken etc sind neu gepulvert.
Das Finish wie Vergasersynchronisation. Ventilspiel einstellen, Steuerkette prüfen und einige Details sowie die TÜV-Vorstellung hat dann eine Werkstatt gemacht.
Seit dem Frühjahr 22 ist die XS 850 so weit und zugelassen. Nach dem letzten Sommer muss ich allerdings sagen, dass zwischen uns noch nicht die ganz große Liebe ausgebrochen ist, weil sie doch recht groß und schwer ist.
Das Schrauben hab mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich hab viel gelernt. Ich möchte mich auch nochmal für die Hilfe von Leuten hier aus dem Forum bedanken, vor allem Onkel Heri, der mir sehr effektiv per Telefon "aufs Pferd geholfen" hat.
Jetzt bin ich wieder zurück an meinem anderen Projekt, einer BSA aus den 50ern.
Grüße, Drago.
ich wollte hier noch den Aufbau meiner XS 850 vorstellen, der über den Winter 2021 auf 2022 passiert ist. Als draußen Corona unterwegs war, hab ich wie viele hier die Zeit glücklicherweise in der Werkstatt verbringen können. Die XS war mein erstes Projekt, das ich mit dem Vorsatz "Umbau" angegangen habe. Entsprechend wollte ich vorsichtig vorgehen und erstmal sehen, was mit dem, was da ist, so möglich ist. Alles folgende ist "zerstörungsfrei" passiert, dh. die XS kann einfach wieder komplett in Originalzustand versetzt werden.
Die Maschine hab ich zusammen mit einem ziemlich kompletten Teileträger gekauft, der Verkäufer meinte, sie wäre, als er sie abgestellt hat, gut gelaufen, und hatte nur ein kleines Problem an das er sich aber nicht mehr erinnere. Ich bin mal vom Besten ausgegangen und hab den Motor erstmal nur einer gründlichen Pflege und Wartung unterzogen. Das kleine Problem war wahrscheinlich nur eine vermurkste Kupplungszugaufnahme.
Ziel der Aktion war es, die Maschine einerseits wieder fahrbereit und angemeldet zu kriegen, andererseits einfach etwas "schicker" und leichtfüssiger aussehen zu lassen. Es ging mir weder drum, einen bestimmten Stil zu bauen, noch einen perfekten Zustand zu erreichen.
Nachdem bis auf den Motor quasi alles demontiert hatte, hab ich von hinten angefangen und hab aus einem XS Vorderschutzblech und einem Rohling ein neues Hinterradschutzblech gebaut. Das ist nach oben mit einer von mir aus Blech gebogenen und geschweißten "Schale" verschraubt, auf der eine Lithiumbatterie unter dem hinteren Höcker montiert ist. In einer weiteren Blech-Schale, die unter der Sitzbank ist, ist die leicht angepasste Elektrik untergebracht. Erst wollte ich den wirklich unschönen Luftfilterkasten wegkriegen und Einzelluftfilter montieren, davon hab ich mich aber angesichts der Abstimmungs- und Zulassungsschwierigkeiten verabschiedet.
Die Sitzbank hat einen Kunststoff-Unterbau aus so einer thermoplastischen Platte in einem Rahmen aus 10er Rundeisen, die dann nach Einpassen vom Sattler bezogen wurde. Der hintere Höcker wurde von mir aus einem Stück alten Tank aus Blech gefertigt.
Die Seitenverkleidungen hab ich aus Alublech getrieben, und oben von einem Freund eine Art Rand anschweißen lassen, ich selbst kann kein Alu schweißen. Sie sind etwas rustikal, was mir aber im Gesamtbild echt gut gefallen hat.
Den originalen großen Tank hab ich zugunsten der Leichtigkeit (sofern man bei dem Schiff von sowas sprechen kann) gegen die kleinere Variante einer XS 750 ausgetauscht, den ich in recht guten Zustand via Kleinanzeigen bekommen habe.
Das Cockpit hab ich deutlich ausgedünnt, indem ich die originalen Instrumente durch einen kleinen Tacho ersetzt habe. Zusammen mit dem Zünschloss, das in einem extra Gehäuse sitzt, ist das auf einem stark modifizierten Halter montiert. Den großen, originalen H4 Scheinwerfer fand ich sehr gut passend.
Als Blinker hab ich Kellermänner gebraucht erstanden, ansonsten ist alles gemacht, was man halt so machen sollte, wie Bremsen, Vergaser, Gabel komplett überholt. Teile wie Schwinge, Gabelbrücken etc sind neu gepulvert.
Das Finish wie Vergasersynchronisation. Ventilspiel einstellen, Steuerkette prüfen und einige Details sowie die TÜV-Vorstellung hat dann eine Werkstatt gemacht.
Seit dem Frühjahr 22 ist die XS 850 so weit und zugelassen. Nach dem letzten Sommer muss ich allerdings sagen, dass zwischen uns noch nicht die ganz große Liebe ausgebrochen ist, weil sie doch recht groß und schwer ist.
Das Schrauben hab mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich hab viel gelernt. Ich möchte mich auch nochmal für die Hilfe von Leuten hier aus dem Forum bedanken, vor allem Onkel Heri, der mir sehr effektiv per Telefon "aufs Pferd geholfen" hat.
Jetzt bin ich wieder zurück an meinem anderen Projekt, einer BSA aus den 50ern.
Grüße, Drago.